Microsoft erwägt rechtliche Schritte gegen Partner OpenAI und Amazon, ausgelöst durch ein 50-Milliarden-Dollar-Abkommen, bei dem Amazon zum exklusiven Cloud-Anbieter der OpenAI Enterprise Plattform Frontier wurde. Microsoft glaubt, dass dies gegen langjährige Exklusivverträge mit OpenAI verstoßen könnte.
AWS wird zum exklusiven Cloud-Partner von OpenAI, Microsoft erklärt: Bei Vertragsbruch wird geklagt
Von November letzten Jahres bis Februar dieses Jahres unterzeichneten Amazon und OpenAI mehrere Vereinbarungen, darunter eine, die Amazon Web Services (AWS) zum exklusiven Drittanbieter-Cloud-Provider für die OpenAI-Unternehmens-KI-Plattform Frontier macht. Microsofts langfristiger Vertrag mit OpenAI sieht jedoch vor, dass alle Anfragen zum Zugriff auf OpenAI-Modelle über die Azure-Plattform laufen.
Daher stellt sich die Frage, ob dieses neue Abkommen eine Verletzung des bestehenden Langzeitvertrags darstellt – ein Kernstreitpunkt zwischen den drei Parteien.
(OpenAI und AWS vereinbaren 38 Milliarden Dollar Cloud-Kooperation, um Microsoft und den Börsengang zu umgehen)
Laut Financial Times sind Microsoft-Manager der Ansicht, dass die Vorgehensweise von Amazon und OpenAI technisch nicht machbar sei und gegen die Verträge verstoße. Insider berichten von einer harten Stellungnahme:
„Wir kennen unsere Vertragsbedingungen genau. Wenn sie brechen, werden wir klagen. Wenn Amazon und OpenAI auf das kreative Recht ihrer Vertragsanwälte setzen wollen, setze ich auf unseren Sieg, nicht auf ihren.“
Der Bericht weist jedoch auch darauf hin, dass die drei Parteien derzeit noch Verhandlungen führen und hoffen, den Streit außergerichtlich vor dem offiziellen Start von Frontier zu klären.
Streit zwischen den Parteien: Status vs. Kein-Status
Microsoft ist der Ansicht, dass jeglicher Zugriff auf Modelle, einschließlich „zustandsbehafteter“ (stateful) Interaktionen mit Gedächtnis und Kontext, über Azure erfolgen muss. OpenAI betont hingegen, dass die Zusammenarbeit mit AWS nur „stateless“ (ohne Zustand) Interaktionen betrifft, bei denen keine Gesprächsverläufe gespeichert werden. Damit verstößt es nach Ansicht von OpenAI nicht gegen den Vertrag und bekräftigt zudem, dass das Unternehmen das Recht hat, mit Drittanbietern außerhalb der API-Produkte zusammenzuarbeiten.
Amazon fordert sogar, bei der Vorstellung eines KI-Systems namens SRE stets Begriffe wie „von OpenAI integriert oder betrieben“ zu verwenden, um direkte Hinweise auf den Zugriff auf ChatGPT-APIs zu vermeiden. Dies zeigt, dass alle Parteien die Grenzen des Vertrags sehr genau wahrnehmen.
Die Liebe und der Hass zwischen Microsoft und OpenAI
Die Partnerschaft zwischen Microsoft und OpenAI begann 2019, als Microsoft erstmals 1 Milliarde Dollar investierte und so zum wichtigsten frühen Unterstützer des KI-Startups wurde. Anfang 2023 investierte Microsoft weitere 10 Milliarden Dollar und machte Azure zum exklusiven Cloud-Anbieter für OpenAI-Modelle, was zu beeindruckenden Cloud-Umsätzen führte.
Mit wachsendem Erfolg von OpenAI änderte sich jedoch die Beziehung. Im September 2025 unterzeichneten die beiden Unternehmen eine unverbindliche neue Kooperationsvereinbarung, die OpenAI Partnerschaften mit SoftBank, Nvidia, Amazon und anderen Drittanbietern ermöglicht, während die Exklusivität von Azure grundsätzlich bestehen bleibt.
Heute, in einer entscheidenden Phase vor dem Börsengang (IPO), hat OpenAI gerade 110 Milliarden Dollar an Finanzierungen abgeschlossen und sieht sich gleichzeitig Klagen von Elon Musk gegenüber. Hinzu kommen nun rechtliche Streitigkeiten mit Microsoft.
Dieses Rechtsduell betrifft nicht nur die Cloud-Umsätze der drei Parteien, sondern deutet auch auf eine strategische Neuausrichtung von OpenAI hin, die sich vom Partner lösen und die Abhängigkeit von Microsoft verringern möchte. Es zeigt außerdem, dass Microsoft seine früheren Verbündeten zunehmend als potenzielle Wettbewerber betrachtet.
(OpenAI schließt größte Finanzierungsrunde mit 110 Milliarden Dollar ab! Zusammenarbeit mit Amazon, Nvidia und SoftBank, Bewertung bei 730 Milliarden Dollar)
Dieser Artikel: Microsoft erwägt Klage: OpenAI und Amazon haben heimlich ein 50-Milliarden-Dollar-Cloud-Abkommen abgeschlossen, das gegen Exklusivvereinbarungen verstößt, erschien zuerst bei Chain News ABMedia.