Die Ethereum Foundation aktualisiert ihre Protokollprioritäten für 2026 und hat offiziell den dritten Kernfokus „Harden the L1“ festgelegt, der von drei Forschern gemeinsam bearbeitet wird. Ziel ist es, Ethereum beim schnellen Skalieren die Grundwerte Widerstand gegen Zensur, Datenschutz und Sicherheit zu bewahren. Dieser Artikel basiert auf dem von der Ethereum Foundation verfassten Beitrag „Protocol Priorities Update for 2026“, redaktionell bearbeitet, übersetzt und zusammengestellt von Dongqu.
(Vorgeschichte: Bitcoin und Gold gleichzeitig verkauft: Nahost, PPI, Fed – dreifacher Marktdruck, Risikoabbau)
(Hintergrund: Die japanische Zentralbank hält den Zinssatz bei 0,75 %, wie erwartet, Nahost-Konflikte treiben Ölpreise in die Höhe, was eine neue Variable für Zinserhöhungen darstellt)
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Die Ethereum Foundation hat kürzlich die Prioritäten für drei große Protokollcluster bekanntgegeben: Skalierung, Nutzererfahrung und Hardness. Die ersten beiden sind verständlich, aber was bedeutet der dritte Fokus?
Kurz gesagt, Hardness ist ein Protokollversprechen für die Kernattribute von Ethereum, einschließlich Zensurresistenz, Datenschutz, Sicherheit und permissionless.
Dieser Text wurde von den drei Foundation-Mitgliedern verfasst, die für Hardness zuständig sind, und erklärt die konkreten Arbeitsinhalte und Prioritäten dieses Bereichs. Der vollständige Text lautet:
Die Ethereum Foundation veröffentlichte kürzlich einen Blogbeitrag, in dem die Prioritäten für drei Protokollcluster vorgestellt werden: Skalierung (Scaling), Nutzererfahrung (UX) und Hardness.
Jede dieser Prioritäten adressiert unterschiedliche Bedürfnisse für den langfristigen Erfolg von Ethereum. Skalierung stellt sicher, dass das Netzwerk globale Anforderungen bewältigen kann, Nutzererfahrung sorgt dafür, dass Menschen es tatsächlich nutzen können, und Hardness stellt sicher, dass Ethereum während seines Wachstums seine Kernwerte nicht verliert.
Hardness bezeichnet die Fähigkeit eines Systems, in Zukunft zuverlässig zu bleiben. Dieser Fokus ist eine Zusage auf Protokollebene, um die zentralen Versprechen von Ethereum zu bewahren: Open Source, Zensurresistenz, Datenschutz, Sicherheit, permissionless und minimalem Vertrauen.
Diese Prinzipien existieren seit der Gründung von Ethereum.
Ethereum wurde geschaffen, um eine neutrale Infrastruktur für diejenigen bereitzustellen, die sie wirklich brauchen – auch wenn das langsamer, schwieriger und unpraktischer ist. Praktisch bedeutet das, sicherzustellen, dass Ethereum auch bei Ausfall zentralisierter Systeme weiterläuft.
Wer braucht das? Nutzer aus sanktionierten Ländern, Journalisten, die Quellen schützen, Organisationen, die eine neutrale Abrechnungsinfrastruktur benötigen, und Institutionen, die das Gegenparteirisiko senken wollen.
Ethereum arbeitet an bedeutenden Upgrades in Durchsatz und Verfügbarkeit. Doch jede Verbesserung könnte durch Abkürzungen erreicht werden, etwa durch Zentralisierung der Infrastruktur oder die Einführung vertrauenswürdiger Zwischenstellen.
Hardness ist dazu da, sicherzustellen, dass Ethereum bei der Reaktion auf Netzwerkbedürfnisse seine Werte nicht aus den Augen verliert.
Heute sind Einzelpersonen und Organisationen auf diese Versprechen angewiesen – nicht als Ideal, sondern als Notwendigkeit. Damit wird Hardness zu einem immer wichtigeren Fokusbereich.
Innerhalb der Ethereum Foundation sind drei Personen für die Umsetzung von Hardness zuständig, mit unterschiedlichen Schwerpunkten:
· Thomas Thiery: Zensurresistenz und permissionless, Fokus auf Protokollebene
· Fredrik Svantes: Sicherheit, Schwerpunkt auf Datenschutz und minimalem Vertrauen
· Parithosh Jayanthi: Infrastruktur, Upgrades und die Resilienz sensibler Teile des Ethereum-Protokolls
Hardness überschneidet sich mit mehreren Bereichen:
Neben technischer Entwicklung gehört auch dazu, mehr Menschen für diese Kernwerte zu sensibilisieren. Das Team arbeitet zudem mit ZK, Datenschutz, Skalierung, Nutzererfahrung sowie sicherheitsbezogenen Arbeiten (wie Trillion Dollar Security, mit stärkerem Fokus auf Wallets und Anwendungsebene) zusammen, um sicherzustellen, dass diese Verbesserungen sich beschleunigen, ohne Sicherheit oder Dezentralisierung zu schwächen.
Die konkreten Aufgaben umfassen:
Netzwerkresilienz: Verbesserung von Tools, Tests und Fuzzing, um Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und das Netzwerk bei Störungen schnell wiederherzustellen.
Nutzerschutz: Reduktion von durch Phishing und bösartige Berechtigungen verursachten vorhersagbaren Vermögensverlusten.
Datenschutz: Förderung von privaten Transaktionen und anonymen Broadcasts auf Protokollebene, damit Nutzer ohne Verlassen von L1 starken Datenschutz erhalten.
Wahrung der Neutralität: Beseitigung von Single Points of Failure an den Netzwerk-Rändern, um bei gezielter Störung neutral und resilient zu bleiben.
Langfristige Vorbereitung: Post-Quanten-Kryptographie ist derzeit kein akutes Risiko, aber eine unvermeidliche Bedrohung, die frühzeitig angegangen werden muss.
Rollback- und Wiederherstellungsmodi: Mit steigendem Durchsatz muss das Protokoll in der Lage sein, bei Problemen zu drosseln und stabil zu bleiben, damit sich das Netzwerk selbst repariert anstatt in Kaskaden zusammenzubrechen.
Ereignisreaktion: Entwicklung eines öffentlichen Notfallhandbuchs, damit die Ecosysteme in Extremsituationen schnell und transparent reagieren können.
Maßnahmen: Entwicklung von Indikatoren, um den aktuellen Stand der Zensurresistenz, die Anzahl der Nutzer mit privatem Transaktionszugang und die versteckten Vertrauenannahmen im System zu messen.