Das makroökonomische Risiko für Bitcoin liegt derzeit nicht in den Schwankungen der Ölpreise, sondern tief im Liquiditätsaufbau des Finanzsystems. Die passive Liquiditätsreserve der US-Notenbank (Fed) ist nahezu erschöpft — und das könnte schnell zu einem erheblichen Hindernis für den Versuch werden, einen tieferen „Krypto-Winter“ für Bitcoin zu vermeiden.
Bis zum 19.3. beträgt das Volumen des Overnight Reverse Repo (ON RRP) der Fed nur noch 0,637 Milliarden USD — fast null. Gleichzeitig zeigt der Bilanzbericht vom 18.3.:
In den letzten zwei Jahren hat der ON RRP als eine Art natürlicher „Druckventil“ gedient: Geld kann hier abgezogen werden, um in kurzfristige Anleihen, Repos, Bankreserven oder risikoreiche Vermögenswerte zu fließen. Das hilft, den Druck zu verringern, wenn das Finanzministerium mehr ausgibt oder sich die Märkte an straffere Finanzierungsbedingungen anpassen müssen.
Derzeit ist dieses System nahezu wirkungslos. Das bedeutet:
Die jüngsten Marktentwicklungen spiegeln diese Veränderung deutlich wider. In der vergangenen Woche:
Dies zeigt, dass Bitcoin jetzt enger mit:
Ein wichtiger Punkt: Der Reverse Repo ist noch nicht vollständig verschwunden. Das Gesamtvolumen des Reverse Repo liegt weiterhin bei über 331 Milliarden USD, aber fast ausschließlich in ausländischen Mitteln. Der „interne Puffer“ — der für den Markt relevant ist — beträgt nur noch etwa 698 Millionen USD.
Dies markiert eine strukturelle Veränderung:
Tatsächlich hat die Fed ihre Ausrichtung geändert:
Bei der Sitzung am 18.3. hielt die Fed den Zinssatz bei 3,50%–3,75% und betonte:
Schon eine kleine Änderung bei den Renditen kann Druck ausüben:
Da Bitcoin stark von ETF-Strömen und Risikobereitschaft abhängt, haben diese Schwankungen erhebliche Auswirkungen.
Früher, bei einem ON RRP-Volumen von mehreren hundert Milliarden USD, konnten Schocks allmählich „abgefedert“ werden. Heute:
Fed-Forschung zeigt außerdem:
Neutrales Szenario:
Negatives Szenario:
Positives Szenario:
Wichtige Indikatoren sind:
Das wichtigste makroökonomische Signal ist derzeit nicht im Ölpreis zu finden, sondern darin, dass die passive Liquiditätsreserve fast vollständig verschwunden ist.
Die große Frage ist nicht mehr, ob ein Schock eintreten wird — sondern wann, und ob die Fed die Auswirkungen kontrollieren kann. Andernfalls könnte Bitcoin den Großteil des Drucks in einem zunehmend knapper werdenden Liquiditätsumfeld selbst absorbieren müssen.