Souveräne KI-Agenten in der Selbstverwaltung verändern die digitale Autonomie, indem sie Einzelpersonen durch dezentrale Identität und Blockchain die vollständige Kontrolle über ihre Identität, ihre Daten und die Entscheidungsfindung geben.
Das Aufkommen selbstverwalteter KI-Agenten (Artificial Intelligence, AI) stellt eine große Veränderung der digitalen Autonomie dar. Anstatt sich auf zentrale Cloud-Plattformen zu verlassen, besitzen und kontrollieren Einzelpersonen Agenten vollständig, die ihre Entscheidungslogik und personenbezogenen Daten verwalten. Mithilfe dezentraler Identität (DID) und privater Datenspeicher behalten diese Agenten die Informationen und Richtlinien der Nutzer vertraulich. Durch die Kombination von KI mit Blockchain können sie unabhängig finanzielle Vorgänge ausführen, sensible Aufzeichnungen verwalten und mit globalen Netzwerken interagieren, ohne dass korporative Zwischenstellen erforderlich sind.
Coinfello, das am 30. März auf der EthCC in Cannes an den Start ging, gehört zu den ersten selbstverwalteten KI-Agenten, die entwickelt wurden, um On-Chain-Aktionen zu automatisieren. Laut einer Medienmitteilung bietet die Plattform eine konversationelle Schnittstelle, mit der Nutzer Transaktionen per natürlicher Sprache recherchieren, ausführen und automatisieren können, während sie die Kontrolle über ihre Wallets und privaten Schlüssel behalten.
Um bei einer dezentralen Umgebung ein Alignment zu adressieren, ohne einen zentralen „Off“-Schalter, sagte Coinfello-Mitgründer und CEO Jacob Cantele, dass Agenten durch strenge, vom Nutzer definierte Berechtigungen eingeschränkt sind. Agenten arbeiten nur innerhalb der gewährten Grenzen, und Inhaber können Berechtigungen jederzeit widerrufen oder Agenten deaktivieren, wobei die Unternehmensaufsicht durch direkte persönliche Kontrolle ersetzt wird.
Während Regierungen und Unternehmen die Abhängigkeit von ausländischen Cloud-Anbietern reduzieren wollen, bietet dezentrale Infrastruktur einen Weg zur technologischen Unabhängigkeit. Cantele hob hervor, dass Trusted-Execution-Environments (TEEs) und Confidential Computing es Nutzern ermöglichen, auf leistungsstarke gehostete Agenten zuzugreifen, ohne Dritten die Macht zu geben, Transaktionen zu zensieren. Obwohl sich das Produkt heute an Retail-Nutzer und Entwickler richtet, sagte Cantele, er erwarte eine institutionelle Übernahme in der Zukunft.
Die Teilnahme an dezentraler Finanzwirtschaft (DeFi) bleibt durch komplexe Tools und die Angst vor nicht rückgängig zu machenden Fehlern begrenzt.
„Der heutige Launch markiert eine Wende vom passiven Krypto-Besitz zur aktiven Teilnahme. Durch die Kombination von Selbstverwaltung mit einer Schnittstelle in natürlicher Sprache ermöglichen wir Millionen von Nutzern, mit DeFi auf eine Weise zu interagieren, die sowohl zugänglich als auch sicher ist, ohne die Kontrolle zu beeinträchtigen“, sagte Minchi Park, Mitgründer und COO.
Durch die Kombination von Selbstverwaltung mit einer Schnittstelle in natürlicher Sprache will Coinfello DeFi zugänglicher und sicherer machen, ohne dabei auf die Kontrolle zu verzichten. Nun nach einer privaten Alpha öffentlich, nutzt die Web-App von Coinfello ein Delegationsmodell, das auf Sicherheit ausgerichtet ist. Beispielsweise speichern macOS-Geräte private Schlüssel im Secure Enclave, während Transaktionen in Klartext angezeigt werden, damit Nutzer zustimmen können. Die App ist außerdem mit Metamask und anderen EVM-Wallets integriert und erstellt Smart Accounts für die Automatisierung.
Coinfello hat außerdem „Agent Skills“ eingeführt, damit externe KI-Agenten die Plattform als Ausführungsebene nutzen können. Diese Agenten können delegierte Berechtigungen anfordern, um innerhalb der vom Nutzer definierten Grenzen zu staken, zu swappen oder Tokens zu senden. Dadurch können persönliche KI-Agenten, etwa Openclaw oder Claude Code, On-Chain-Vorgänge ausführen, ohne dass der Nutzer seine privaten Schlüssel herausgibt.