Nachdem ein turbulenter und nervenaufreibender März vorüber ist, hat die US-Börse am letzten Handelstag mit aller Kraft einen Teil der Verluste wieder wettgemacht. Am 31. März schloss der Dow-Jones-Industrieindex mit einem Plus von 828 Punkten (etwa 1,8 %), der S&P 500 stieg um 2,3 %, der Nasdaq Composite legte um 3,2 % zu und verzeichnete damit eine der stärksten Tagesleistungen in jüngster Zeit.
Im Tagesverlauf kam es sogar zu einem noch deutlich aggressiveren Endspurt: Nachdem ungeprüfte Meldungen aufkamen, dass der iranische Präsident Masoud Pezeshkian den Krieg beenden will, sofern dafür Garantien gegeben werden, sprang der Dow zeitweise um mehr als 1.100 Punkte nach oben. Obwohl die Meldung anschließend infrage gestellt wurde (Pezeshkian hatte bereits zuvor in diesem Monat ähnliche Signale gesendet, der Krieg wurde jedoch nicht dadurch gestoppt), fiel der Index zwar von seinem Hoch etwas zurück, hielt aber beim Schlusskurs immer noch die deutliche Aufwärtsbewegung.
Zwei Schlüsselsignale treiben die Erholung an
Die Erholung wurde im Wesentlichen von zwei Meldungen angetrieben. Erstens berichtete die „Wall Street Journal“, dass Trump seinen Beratern mitgeteilt habe: Selbst wenn die Straße von Hormus noch weitgehend geschlossen sei, sei er bereit, die militärischen Aktivitäten gegen das iranische Militär zu beenden. Das zeige, dass die Bereitschaft der US-Seite, den Krieg über Verhandlungen zu beenden, höher sei als zuvor erwartet. Zweitens heizte die oben erwähnte Gesprächs-Absicht des iranischen Präsidenten die Erwartungen des Marktes auf, dass sich die Lage im Nahen Osten beruhigt.
Parallel zum Anstieg der Aktienkurse fiel der Ölpreis zeitgleich, und auch die Renditen von Anleihen gingen zurück. Das zeigt, dass der Markt ein Szenario einpreist, in dem sich die „Kriegsrisiko-Prämie“ reduziert.
März-Abschluss: S&P 500 mit der schlechtesten Monatsperformance seit 2022
Obwohl der kräftige Anstieg am 31. März erfreulich war, war der gesamte März für die US-Börse dennoch eine Katastrophe. Unter dem Druck mehrerer Faktoren – dem Ausbruch des Krieges im Iran, einer sich zuspitzenden Energiekrise, steigenden Inflations-Erwartungen sowie dem starken Rückzug der Erwartungen an Zinssenkungen durch die US-Notenbank – verzeichnete der S&P 500 für den Monat insgesamt den schlechtesten Rückgang seit 2022.
Die Energiebranche entwickelte sich im Monatsverlauf unterschiedlich: Öl-Service- und Explorationswerte profitierten von einem Ölpreisanstieg, während Branchen, die stark von Energiequellen aus dem Nahen Osten abhängen – etwa Luftfahrt und Schifffahrt – weiter unter Druck blieben. Technologiewerte hingegen erlebten nach dem kräftigen Rücksetzer des Gesamtmarktes gegen Monatsende eine deutlichere Underperformance-Umkehr und einen wuchtigen Rebound, als die Gesprächserwartungen im Lauf des Monats spürbar an Schwung gewannen.
Unsicherheit bleibt hoch
Die optimistische Stimmung des Marktes ist weiterhin fragil. Trump postete an demselben Tag auch auf Truth Social und drohte, dass er die iranischen Kraftwerke, Ölquellen und die Insel Qeshm vollständig zerstören werde, falls ein Friedensabkommen nicht zustande kommt. Das zeigt, dass der weitere Kurs der diplomatischen Verhandlungen schwer vorhersehbar ist.
Analysten zufolge gilt: Solange es im iranischen Konflikt keine klaren Signale für eine Einstellung der Kampfhandlungen gibt, könnten die Markt-Rallyes jeweils nur ein vorübergehendes Aufatmen sein. Für Investoren bleibt es ein Umfeld mit hoher Volatilität und hoher Unsicherheit. Die US-Beschäftigungsdaten zu Beginn des Aprils sowie die weitere Entwicklung der Lage im Nahen Osten werden entscheidende Beobachtungspunkte dafür sein, wohin sich die Entwicklung als Nächstes bewegt.
Dieser Artikel: Der Dow schoss an einem Tag um 828 Punkte in die Höhe! Die Verhandlungsmeldungen mit dem Iran lösten zum Monatsende einen kräftigen Rebound an der US-Börse aus, der Nasdaq schoss um 3,2 % nach oben – und wurde erstmals bei Kettennachrichten ABMedia veröffentlicht.