Der ehemalige hochrangige Disney-Manager Kevin Mayer hat öffentlich erklärt, dass der amtierende CEO Josh D’Amaro, um Disneys Wachstum voranzutreiben, einen entscheidenden Schritt gehen müsse, nämlich den Erwerb von Gaming-Assets wie Epic Games; doch da Epic-Gründer Tim Sweeney über die gesamte Stimmrechtskontrolle verfügt, hängt das Zustandekommen einer Übernahme vollständig von seiner Haltung ab.
(Vorgeschichte: Web3-Gaming ist jetzt in großem Maßstab durchgestartet! Epic Games: Unreal Engine 6 in Entwicklung, maßgeschneidert für das Metaverse)
(Hintergrund-Ergänzung: Epic Games hat 830 Mitarbeiter massiv entlassen! Der CEO gesteht: Das Metaverse ist nicht so einfach zu verdienen…)
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Kevin Mayer, der früher bei Disney und TikTok hochrangig tätig war und heute CEO von Candle Media ist, sagte in einem Interview mit CNBC am 18. März ganz offen, dass Disneys amtierender CEO Josh D’Amaro, wenn er Umsatz und Aktienkurs des Unternehmens steigern will, zwangsläufig „kühnere Maßnahmen“ ergreifen müsse, einschließlich dem Erwerb von Spielefirmen wie Epic Games.
Er betonte, dass die Spielebranche eines der zentralen Schlüsselbereiche ist, in denen Disney künftig ansetzen kann, und nannte dabei besonders die 1,5 Milliarden US-Dollar, die Disney in den Fortnite-Entwickler Epic investiert hat. Das sei eine „sehr richtige Entscheidung“, doch Disney müsse weiter darüber nachdenken, wie das Spielgeschäft sich in einen echten Wachstumsmotor verwandeln lässt.
„Er (D’Amaro) hat ziemlich beträchtliche finanzielle Mittel in Epic Games gesteckt, und ich denke, das ist eine sehr richtige Entscheidung. Er hat dieses Geschäft bereits an Dianas Leitung übergeben, und das ist an sich schon ein sehr klares Signal. Als Nächstes muss man sich überlegen, wie man diese Aufstellung weiter einsetzt. Ich glaube, egal ob Epic oder andere spielbezogene Assets – für Disneys Gesamt-Asset-Landkarte werden sie eine äußerst wertvolle Verstärkung sein.“
Alex Heath, Tech-Journalist, sagte in der Podcast-Sendung „The Town“, dass „man sich sicher sein kann“, dass es innerhalb von Disney tatsächlich hochrangige Führungskräfte gibt, die eine Übernahme von Epic Games wünschen, und dass man auf einen passenden Zeitpunkt wartet. Er fügte jedoch hinzu, dass innerhalb des Unternehmens dazu kein Konsens bestehe; einige Entscheidungsträger hielten das Risiko einer solchen Übernahme für zu hoch.
Heath wies darauf hin, dass, falls Epic in Zukunft tatsächlich den Weg in Richtung Verkauf einschlägt, Disney „eine der natürlichsten Optionen“ wäre – unter anderem, weil die beiden Seiten in Bezug auf IP, Content und die Entwicklung virtueller Welten sehr stark zusammenpassen. Das größte Ungewissheitsmoment dieser Transaktion liegt jedoch weiterhin allein bei Epic-Gründer und CEO Tim Sweeney.
Da Sweeney die vollständige Stimmrechtskontrolle über Epic innehat und somit einseitig entscheiden kann, ob das Unternehmen verkauft wird, selbst wenn Disney Interesse hat, kann Disney den Prozess kaum steuern. Solange Sweeney nicht künftig entscheidet, das Unternehmen zu verlassen oder die Ausrichtung des Betriebs zu ändern, bleibt die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme eher gering.
Aktuell basiert die Beziehung zwischen Disney und Epic vor allem auf der 1,5-Milliarden-US-Dollar-Investitionsrunde aus dem Jahr 2024. Beide Seiten arbeiten zusammen daran, eine große interaktive Welt aufzubauen – mit Fortnite als Kern und unter Einbindung von IPs von Disney. Das Ziel ähnelt Roblox: Spielern Social, Unterhaltung und vielfältige Erlebnisse wie virtuelle Käufe bieten.
Zuvor hatte Disney das Gaming-Geschäft in der Regel über ein Lizenzmodell betrieben. So werden Spiele wie „Star Wars Jedi: Survivor“, das von Respawn entwickelt wird, von externen Studios umgesetzt, und auch IPs wie Marvel werden breit an verschiedene Entwickler lizenziert. Disney hatte in der Vergangenheit versucht, „Disney Interactive Studios“ selbst aufzubauen, doch letztlich wurde das Unternehmen 2016 mit der Einstellung von „Disney Infinity“ eingestellt und aufgelöst; außerdem wurden auch Gerüchte über eine Übernahme des US-Unternehmens Electronic Arts nie konkret umgesetzt, was zeigt, dass das Unternehmen bei großen Fusions- und Übernahmevorhaben eher zurückhaltend ist.
Andererseits hat Epic Games jüngst groß angelegte Entlassungen durchgeführt, von denen mehr als 1.000 Mitarbeiter betroffen waren, wodurch der Betrieb unter Kostendruck gerät. Hinzu kommt, dass die Einnahmen von Fortnite nachlassen und Berichten zufolge einige Modi eingestellt werden, wodurch Außenstehende die langfristige Entwicklung und Stabilität verstärkt in den Blick nehmen. Der Markt geht zudem davon aus, dass Disney dies als Möglichkeit sehen könnte, um die Investitionen auszuweiten – ja sogar als Einstiegspunkt, um eine Fusion oder Übernahme anzustoßen.