
Bloomberg-ETF-Analyst James Seyffart hat am 21. Mai offengelegt, dass Defiance ETFs bei der SEC einen neuen Antrag für einen Geldmarkt-ETF eingereicht hat, der darauf abzielt, die Anforderungen an qualifizierte Reservevermögenswerte gemäß dem „GENIUS Act“ zu erfüllen. Ziel ist es, zahlungsbasierte Stablecoin-Emittenten dabei zu fördern, in diesen Fonds zu investieren.
Technische Einordnung des Defiance-ETFs
Der Antrag von Defiance ETFs zielt darauf ab, das zugrunde liegende Portfolio des ETFs so zu gestalten, dass es als Anlageinstrument die Standards für qualifizierte Reservevermögenswerte innerhalb des Rahmens des „GENIUS Act“ erfüllt. James Seyffart zitierte in einem X-Post aus den Antragsunterlagen: „Die Anlageweise des Fonds ist darauf ausgerichtet, die einschlägigen Anforderungen zu erfüllen, die der ‚GENIUS Act‘ dafür vorsieht, dass Zahlungs-Stablecoin-Emittenten qualifizierte Reservevermögenswerte halten dürfen, um Investitionen von Stablecoin-Emittenten in den Fonds zu fördern.“ Der Standard für qualifizierte Reservevermögenswerte im „GENIUS Act“ ist konservativer als bei traditionellen Geldmarktfonds: Die zugrunde liegenden Vermögenswerte müssen aus hochliquiden, risikoarmen Instrumenten bestehen und die Anforderungen an das 1:1-Reserveverhältnis erfüllen, das vom FDIC bis April 2026 verabschiedet wurde.
CLARITY Act: Ausschussabstimmung abgeschlossen, gesamtes Plenum braucht 60 Stimmen als Schwelle
Der „CLARITY Act“ wurde am 15. Mai 2026 im Senatsausschuss für Banken mit 15 zu 9 Stimmen angenommen. 13 Republikaner und 2 Demokraten stimmten dafür, 9 Demokraten stimmten dagegen. Die Republikaner halten im Senat aktuell 53 Sitze; um die 60-Stimmen-Schwelle zu reißen, die nötig ist, um eine Blockade im gesamten Plenum zu durchbrechen, werden mindestens 7 Demokraten benötigt, die sich unterstützen.
Grayscale verwies in einem Bericht vom 16. Mai auf das Präzedenzbeispiel für den „GENIUS Act“, der mit 66 Stimmen durchgegangen ist (einschließlich 18 demokratischer Senatoren, die dafür stimmten), als historischen Referenzpunkt dafür, wie der „CLARITY Act“ die 60-Stimmen-Schwelle erreichen könnte. Zugleich bestätigte Grayscale: „Bevor der ‚CLARITY Act‘ offiziell Gesetz wird, gibt es noch einige Hürden, die überwunden werden müssen.“ a16z crypto erklärte am 16. Mai auf X, dass der „GENIUS Act“ als gesetzgeberische Leitlinie für den „CLARITY Act“ dienen könne. Der „CLARITY Act“ wurde erstmals im Juli 2025 eingebracht; das Senat hat noch keinen konkreten Termin für eine Abstimmung im gesamten Plenum veröffentlicht.
Consensys reicht Stellungnahmen bei FDIC, OCC und Finanzministerium ein
Consensys hat die Einreichung von drei abgestimmten Stellungnahmen abgeschlossen: jeweils für das FDIC, die OCC (1. Mai) und das Finanzministerium zum Umsetzungsrahmen des „GENIUS Act“. Consensys ist der Ansicht, dass in dem vom FDIC im April 2026 verabschiedeten 191-seitigen Vorschlag einige Bestimmungen über die ursprüngliche Absicht der Gesetzgeber hinausgehen, mit der der „GENIUS Act“ entworfen wurde.
In den Unterlagen nimmt Consensys zu drei konkreten Punkten Stellung: Erstens umfasst die Auslegung des FDIC zu Zinsobergrenzen eine übliche Markenlizenzierung sowie kommerzielle Vertriebsvereinbarungen und geht damit über den Geltungsbereich der Regulierung hinaus. Zweitens sollten Wallet-Softwareentwickler nicht als Vermittler gelten, wenn Nutzer unabhängig mit DeFi-Protokollen interagieren. Drittens warnt Consensys vor der Konstruktion automatischer Sanktionsmaßnahmen, die an die Reserven oder an Rücknahme-Lücken gekoppelt sind, da dies in Phasen von Marktdruck die Interessen der Stablecoin-Inhaber beeinträchtigen werde (Consensys bezeichnet dies als „Federeffekt“). Consensys fordert außerdem, dass Aufsichtsbehörden bei der Definition verteilter Ledger, Smart Contracts und grenzüberschreitender Aktivitäten eine technisch neutrale Sprache verwenden. Die gesetzliche Frist für den bundesweiten regulatorischen Rahmen des FDIC ist für einen späteren Zeitpunkt im Jahr 2026 angesetzt.
Häufige Fragen
Welche konkreten Anforderungen stellt der „GENIUS Act“ an qualifizierte Reservevermögenswerte?
Gemäß dem vom FDIC im April 2026 verabschiedeten Vorschlag müssen qualifizierte Reservevermögenswerte in einem 1:1-Verhältnis in Form von Bargeld oder hochliquiden Vermögenswerten (z. B. kurzfristigen US-Staatsanleihen) gehalten werden und sowohl verbindliche Rücknahmefristen als auch Audit-Anforderungen für große Emittenten erfüllen. Selbst wenn die Reserven bei einer gedeckten Bank hinterlegt sind, genießen Stablecoin-Inhaber selbst keinen FDIC-Einlagenschutz.
Wie sieht der nächste Schritt im Senat im Gesetzgebungsprozess des „CLARITY Act“ aus?
Der Gesetzentwurf wurde im Senatsausschuss für Banken angenommen (15 zu 9). Als nächstes muss im Senat im gesamten Plenum die Blockade-Abstimmungsschwelle von 60 Stimmen erreicht werden. Die Republikaner halten derzeit 53 Sitze; es werden mindestens 7 demokratische Senatoren benötigt, die sich unterstützen. Der Senat hat bis zum Zeitpunkt der Berichterstattung in diesem Artikel noch kein Datum für die Abstimmung im gesamten Plenum veröffentlicht.
Welche Bedeutung haben Consensys’ Stellungnahmen im Gesetzgebungsprozess?
Die drei Dokumente von Consensys sind Teil des öffentlichen Kommentierungsverfahrens. FDIC, OCC und das Finanzministerium müssen bei der Ausarbeitung des Rahmens vor den jeweiligen gesetzlichen Fristen die schriftlichen Stellungnahmen der Parteien berücksichtigen, aber der endgültige Regeltext wird von jeder der jeweiligen Aufsichtsbehörden selbst festgelegt.