Es gibt neue Entwicklungen im Rechtsstreit im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch von FTX. Einige Nutzer der insolventen Krypto-Plattform haben eine Einigung mit der Silicon Valley Anwaltskanzlei Fenwick & West erzielt, was vorerst das Ende der Vorwürfe markiert, die der Kanzlei vorwerfen, bei der Durchführung von Betrug geholfen zu haben. Laut gemeinsam eingereichtem Dokument bei dem Bundesgericht in Florida planen beide Parteien, am 27. Februar einen formellen Vergleich vorzulegen, der vom Richter genehmigt werden soll. Bis zum endgültigen Urteil werden die entsprechenden Verfahren und Anträge ausgesetzt, die genauen finanziellen Bedingungen wurden jedoch nicht offengelegt.
Der Fall entstand im November 2022, als FTX plötzlich zusammenbrach und die Vermögenswerte von Millionen Nutzern eingefroren wurden, was zu mehreren Sammelklagen führte. Die Kläger werfen Fenwick & West vor, bei der Gestaltung der Unternehmensstruktur, der Einhaltung von Vorschriften und internen Abläufen „wesentliche Unterstützung“ geleistet zu haben, wodurch unrechtmäßiges Verhalten über einen längeren Zeitraum ermöglicht wurde. Zudem wird behauptet, die Kanzlei sei über die Vermischung der Kundengelder sowie die unklare Abgrenzung zwischen FTX und Alameda Research informiert gewesen. Fenwick & West bestreitet diese Vorwürfe stets und betont, dass ihre Dienstleistungen routinemäßige Rechtsberatung seien. Dennoch hatte das Gericht zuvor einen Antrag auf Rücknahme der Klage abgelehnt und den Fortgang des Verfahrens erlaubt, was den Weg für den Vergleich ebnete.
Dies ist nicht das erste Mal, dass Nutzer versuchen, externe Berater zur Verantwortung zu ziehen. Im Jahr 2024 hatten sie bereits eine andere langjährige Anwaltskanzlei verklagt, diese jedoch aufgrund unzureichender Beweise wieder zurückgezogen. Im Vergleich dazu wird die Einigung mit Fenwick & West als ein bedeutender Meilenstein im Schutz der Rechte der Nutzer angesehen und könnte auch zukünftige rechtliche Schritte gegen Prüfer, Berater und Werbepartner beeinflussen.
Gleichzeitig äußerte sich der ehemalige FTX-CEO Sam Bankman-Fried (SBF) erneut öffentlich und behauptete, die Plattform verfüge stets über ausreichende Vermögenswerte, und der sogenannte „Bankrott“ sei lediglich eine Liquiditätskrise. Er versicherte, dass die Kunden letztlich mehr als ihre ursprünglichen Einlagen zurückerhalten würden, was beweist, dass keine echte Insolvenz vorliege. Diese Aussage steht im klaren Gegensatz zu den Schlussfolgerungen des Insolvenzteams und trägt zur anhaltenden Debatte über die Verantwortlichkeit und die Wahrheit im FTX-Fall bei.
Mit dem Fortschreiten der Einigung wird die rechtliche Landkarte rund um FTX neu gestaltet, was möglicherweise Auswirkungen auf die Compliance- und Risikomanagement-Standards der gesamten Krypto-Branche haben könnte.