Geldknappheit im Jahr 2026: Vor- und Nachteile sowie Anlagestrategien für thailändische Investoren

Wenn das Jahr 2026 beginnt, müssen thailändische Investoren sich auf eine neue Veränderung in der Finanzwelt vorbereiten. Es ist keine alte Bedrohung durch hohe Preise mehr, sondern eine Deflation, die sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich bringt. Dieser Artikel hilft Ihnen, die Mechanismen der Deflation zu verstehen und zu analysieren, wie Investoren sich anpassen sollten, um ihre Portfolios nicht zu verlieren.

Was ist Deflation? Der Unterschied zwischen Disinflation und Deflation

Deflation bedeutet, dass die Preise für Waren und Dienstleistungen über einen bestimmten Zeitraum kontinuierlich sinken, gemessen am Verbraucherpreisindex (CPI) mit negativen Werten. Wichtig ist, dass Deflation kein vorübergehender Preisrückgang ist, sondern eine Störung im Gesamtsystem der Wirtschaft widerspiegelt.

Ein häufiges Missverständnis ist die Verwechslung von „Disinflation“ mit „Deflation“. Bei ersterem steigen die Preise weiterhin, aber die Rate des Anstiegs verlangsamt sich, z.B. die Inflation sinkt von 5 % auf 2 %. Bei letzterem sinken die Preise tatsächlich, was bedeutet, dass die Kaufkraft des Geldes steigt.

Nachteile der Deflation: Teufelskreis und Auswirkungen auf die Wirtschaft

Obwohl fallende Preise auf den ersten Blick positiv erscheinen, sorgen die Auswirkungen der Deflation in der Makroökonomie für große Besorgnis. Die wichtigsten Nachteile sind:

Teufelskreis des Kaufverzögerns: Wenn Menschen glauben, dass die Preise weiter fallen, verschieben sie ihre Käufe. Das führt zu geringeren Umsätzen bei Unternehmen, die dann Preise senken und Mitarbeiter entlassen. Arbeitslose haben weniger Geld zum Ausgeben, was den Abwärtstrend verstärkt. Dieser „Deflationary Spiral“ ist ein Begriff in der Makroökonomie.

Schulden, die zum Monster werden: In einer deflationären Phase steigt der reale Schuldenwert, während das Einkommen sinkt. Haben Sie z.B. Schulden in Höhe von 1 Million Baht und Ihr Einkommen sinkt um 3 %, wird die Schuldenlast noch schwerer. Sie müssen härter arbeiten, um die Schulden zu tilgen. In Thailand, wo die private Verschuldung 85 % des BIP beträgt, verschärft sich dieses Problem noch.

Wertverlust bei Aktien und Immobilien: Die Gewinne börsennotierter Unternehmen sinken oft durch fallende Preise, was die Aktienmärkte belastet, insbesondere zyklische Sektoren wie Energie, Bergbau und Bau. Immobilien, die auf Mieteinnahmen und Vertrauen basieren, sind ebenfalls von Preisrückgängen und Kreditausfällen betroffen.

Verborgene Vorteile: Investitionschancen in der Deflationsphase

Trotz der Herausforderungen eröffnet die Deflation auch Chancen für gut informierte Investoren. Hier einige positive Aspekte, die oft übersehen werden:

Stärke von Bargeld und Anleihen: In der Phase der Deflation gilt „Cash is King“. Der reale Wert des Bargeldes steigt. Besonders langfristige Staatsanleihen steigen im Preis, wenn die Zentralbank die Zinsen senkt. Die tatsächliche Rendite (Real Return) erhöht sich. Mit CFDs und modernen Finanzinstrumenten können Investoren Gewinne erzielen, indem sie Anleihen (Long-Positionen) vor der Preissteigerung kaufen.

Chancen, gute Aktien und Vermögenswerte zu sammeln: Die Preise für qualitativ hochwertige Aktien und andere Vermögenswerte fallen aufgrund des breiten Marktrückgangs. Das ist die Gelegenheit, „die Dip zu kaufen“ (Buy the Dip). Investoren mit Bargeld haben hier einen Vorteil.

Gold und sichere Anlagen: In Krisenzeiten und bei Deflation greifen Zentralbanken und Investoren verstärkt zu Gold als sicheren Hafen (Safe Haven). Die Goldpreise tendieren nach oben, da die Nachfrage steigt und die Zinsen fallen. Der Handel mit Gold (XAU/USD) ist eine Möglichkeit, von Preissteigerungen zu profitieren.

Strategie „Profitieren vom Abwärtstrend“ (Short Selling): Das sollte nicht unterschätzt werden. In einer deflationären Phase, in der die Aktienmärkte fallen, können mutige Investoren durch „Short Selling“ oder den Einsatz von CFDs auf fallende Kurse Gewinne erzielen, z.B. auf den Dow Jones, S&P 500 oder lokale Indizes.

Lektionen aus der Vergangenheit: Die Herausforderung für die thailändische Wirtschaft

Die Wirtschaftsgeschichte zeigt, wie heftig Deflation sein kann. Zwischen 1929 und 1939 erlebten die USA die Große Depression, bei der die Verbraucherpreise zwischen 1929 und 1933 um 27 % sanken. Ursachen waren Börsencrash, Bankenkrisen und Geldmengenrückgang. Die Arbeitslosigkeit stieg auf 25 %, die Wirtschaft stagnierte Jahrzehnte lang.

Japan erlebte ab 1990 die „Verlorenen Jahrzehnte“, nachdem die Blase platzte. Unternehmen konzentrierten sich auf Schuldenabbau statt Investitionen, die Preise sanken dauerhaft, die Arbeitslosigkeit stieg, und die Löhne stagnierten. Das ist ein Beispiel für eine lang anhaltende Deflation.

Thailand im Jahr 2026 ist nicht so schlimm wie die Große Depression, aber es gibt Warnzeichen. Das BIP-Wachstum wird auf nur 1,5–1,6 % geschätzt, das ist das niedrigste seit drei Jahrzehnten. Die alternde Gesellschaft, niedrige Konsumausgaben der Senioren und hohe Verschuldung belasten die Gesamtnachfrage.

Investitionsstrategie 2026: Was tun, wenn man nichts kauft?

Wenn Sie in der deflationären Phase aktiv werden wollen, lautet die wichtigste Regel: „Wissen, was Sie tun und warum.“ Nicht einfach nur das Portfolio ruhen lassen.

Konservative Anleger: Bargeld und Anleihen: Etwa 50–70 % des Portfolios sollten in langfristige Staatsanleihen und Bargeld im Geldmarktfonds investiert werden. Die Anleihepreise steigen bei Zinsrückgang, das Bargeld gewinnt an Kaufkraft. Warten Sie auf günstige Gelegenheiten, um gute Vermögenswerte zu kaufen.

Notwendige defensive Aktien: Falls Sie Aktien halten möchten, wählen Sie solche, die auch in schwierigen Zeiten gefragt sind, z.B. Konsumgüter (Consumer Staples), Gesundheitswesen (Healthcare) und Versorger (Utilities). Strom und Wasser sind lebensnotwendig, die Einnahmen sind stabil.

Gold als Absicherung: 10–15 % des Portfolios in Gold oder Goldfonds zur Risikominimierung. In schweren Deflationsphasen verlieren Währungen und Banken an Vertrauen, Gold wird zum sicheren Hafen.

Aggressive Investoren: Short Selling und CFDs: Für risikofreudige Trader bieten sich Chancen, z.B. durch Leerverkäufe auf den S&P 500 oder lokale Indizes. Auch der Kauf von CFDs auf langfristige Anleihen (z.B. TLT) kann Gewinne bringen, wenn die Zinsen weiter sinken.

Anpassung an den persönlichen Stil: Junge Investoren (20–40 Jahre) sollten 60 % Bargeld + Anleihen, 30 % defensive Aktien und 10 % Gold halten. Ältere (über 40) erhöhen den Anteil an sicheren Anlagen auf 70–80 %, um Risiken zu minimieren.

Fazit: Deflation ist kein Endpunkt, sondern eine Chance

Das Jahr 2026 wird eine Bewährungsprobe für Investoren. Die Nachteile der Deflation – Teufelskreise, hohe Schulden, fallende Märkte – sind unvermeidlich. Doch die Vorteile – Wertsteigerung von Bargeld, günstige Vermögenswerte, Gewinnmöglichkeiten – sind ebenso vorhanden.

Das Wichtigste ist, das Portfolio entsprechend Ihrer eigenen Einschätzung anzupassen. Ob durch Bargeldhaltung, Anleihen oder den Einsatz fortschrittlicher Finanzinstrumente – Deflation ist kein Ort für das Scheitern, sondern eine Lerngelegenheit, um das eigene Timing zu verbessern.

Original anzeigen
Diese Seite kann Inhalte Dritter enthalten, die ausschließlich zu Informationszwecken bereitgestellt werden (keine Zusicherungen oder Garantien), und sie sind nicht als Billigung der darin geäußerten Ansichten durch Gate oder als finanzielle bzw. fachliche Beratung zu verstehen. Weitere Informationen finden Sie im Haftungsausschluss.
  • Angebot
  • Kommentieren
  • Reposten
  • Teilen
Kommentieren
0/400
Keine Kommentare
  • Anheften

Handeln Sie jederzeit und überall mit Kryptowährungen
qrCode
Scannen, um die Gate App herunterzuladen
Community
Deutsch
  • 简体中文
  • English
  • Tiếng Việt
  • 繁體中文
  • Español
  • Русский язык
  • Français
  • Deutsch
  • Português (Portugal)
  • ภาษาไทย
  • Indonesia
  • 日本語
  • بالعربية
  • Українська
  • Português (Brasil)