Der Silbermarkt erlebte Ende Januar 2026 einen historischen Anstieg, wobei die Spotpreise in London am 26. Januar 113,48 $ pro Unze erreichten – ein bemerkenswerter Tagesanstieg, der Schlagzeilen machte und die Marktstimmung neu prägte. Dieser spektakuläre Anstieg, angetrieben durch eine Konvergenz makroökonomischer Rückenwindfaktoren, struktureller Angebotsengpässe und aggressiver Kapitalpositionierungen, unterstreicht die dynamischen Kräfte, die in den Edelmetallmärkten wirken. Das Verständnis der Treiber hinter diesem Silberpreisanstieg und seiner Kaskadeneffekte auf verschiedenen Handelsplätzen bietet wichtige Einblicke für Marktteilnehmer.
Der Aufschwung: Durchbruch bei Widerständen und neue Rekorde
Die Bewegung begann früh am 26. Januar, als Silber in London bei 104,2 $/Unze eröffnete und im Laufe des Handelstages allmählich an Stärke gewann. Der eigentliche Schwung kam gegen 14:00 Uhr Beijing-Zeit, als die Preise sich rasch über die psychologisch wichtige Marke von 110 $ hinaus beschleunigten. Bis zum Handelsschluss stieg der Spotpreis auf 113,48 $/Unze – ein Plus von 8,06 % gegenüber dem Vortag. Diese Entwicklung war nicht auf internationale Märkte beschränkt. Der Silber-Future-Kontrakt in Shanghai (AG2606) zeigte ein noch dramatischeres Bild, erreichte ein Intraday-Hoch von 28.877 Yuan/Kilogramm und schloss mit einem Tagesplus von 9,33 %, nahe an der von der Börse gesetzten Tagesobergrenze.
Diese Bewegungen spiegelten eine intensive Nachfrage aller Marktteilnehmer wider, von Hedgefonds, die auf weitere Wertsteigerungen setzten, bis hin zu Industrieabnehmern, die sich Sorgen um die Versorgungssituation machten.
Dreifacher Auslöser: Zinssenkungen, Angebotsknappheit und Kapitalflut
Der explosive Anstieg der Silberpreise im Januar 2026 entstand nicht im Vakuum. Drei unterschiedliche Kräfte vereinten sich, um die Rallye zu entfachen.
Makroökonomischer Rückenwind: Hinweise der Federal Reserve auf Zinssenkungen
Die Sitzung der Federal Reserve im Januar sendete unmissverständliche Signale, dass Zinssenkungen bevorstehen – und zwar bald. Die Markterwartungen verschoben sich rasch, um drei Zinssenkungen im Jahr 2026 einzupreisen, was die realen Zinssätze entlang der Kurve komprimierte. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe sank von 3,8 % zu Beginn des Monats auf 3,2 % Ende Januar, was die Opportunitätskosten für das Halten von zinslosen Edelmetallen wie Silber deutlich verringerte.
Gleichzeitig schwächte sich der US-Dollar stark ab und fiel bis zum 26. Januar auf 98,5 – den niedrigsten Stand seit Mai 2025. Ein schwächerer Dollar macht Silber für internationale Käufer, die andere Währungen halten, günstiger und erhöht die globale Nachfrage, was zusätzlichen Preisdruck ausübt.
Industrielle Fundamentaldaten: Angebots-Nachfrage-Dynamik wird kritisch
Laut den neuesten Daten des Silver Institute vergrößerte sich die weltweite Angebots-Nachfrage-Lücke bei Silber im Jahr 2025 auf einen Rekord von 5200 Tonnen, und frühe Hinweise auf 2026 deuten an, dass dieses Defizit weiter gewachsen ist. Auf der Angebotsseite stiegen die Produktionsprobleme: Große Minen in Peru und Mexiko verzeichneten monatliche Rückgänge von 7 % aufgrund von Wartungszyklen und zunehmend strengeren Umweltauflagen.
Die Nachfrage blieb robust. Photovoltaik-Hersteller – der größte industrielle Verbraucher von Silber – erhöhten ihre Nachfrage um 12 % im Jahresvergleich, während Elektronik und andere Sektoren stabile Käufe tätigten. Dieses strukturelle Ungleichgewicht zwischen begrenztem Angebot und resilienter Nachfrage bildete eine starke fundamentale Basis für die Preissteigerung.
Kapitaldynamik: Spekulative Zuflüsse beschleunigen die Gewinne
Besonders sichtbar war die Flut an spekulativem Kapital, das während der Rallye in den Silbermarkt strömte. Daten der Commitments of Traders (CFTC) zeigten, dass die Netto-Long-Positionen der Nicht-Handelsfirmen bei Silber-Futures im Vergleich zum Monatsbeginn um 150 % stiegen und den höchsten Stand seit 2025 erreichten. Diese Umschichtung spiegelte sowohl Trendfolgedynamiken als auch neue Überzeugungen hinsichtlich der Silberpreisentwicklung wider.
Passive Zuflüsse gaben dem Ganzen zusätzlichen Schwung. Der iShares Silver Trust, der weltweit größte ETF mit Silberfokus, meldete am 26. Januar eine Tageszunahme der Bestände um 1.200 Tonnen, was die Gesamtsumme auf 18.000 Tonnen steigen ließ – die größte Tageszugabe seit 2024. Diese Zuflüsse signalisierten, dass institutionelle Investoren die Rallye ernst nahmen und neues Kapital investierten.
Marktreaktion: Dringende Maßnahmen an verschiedenen Handelsplätzen
Die Intensität der Bewegung führte zu schnellen regulatorischen und operativen Reaktionen.
Futures-Märkte: Höheres Volumen und Risikokontrolle
Der Handel mit dem wichtigsten Silber-Future in Shanghai explodierte am 26. Januar, mit einem Volumen von 230.000 Kontrakten – 40 % mehr als am Vortag – während die offene Position um 50.000 Kontrakte auf 1,5 Millionen stieg. Der Anstieg bei Aktivität und Hebelwirkung veranlasste die Shanghai Futures Exchange, Notfallmaßnahmen zur Risikosteuerung zu ergreifen.
Ab dem 27. Januar (einschließlich Nachbörse am 26.) reduzierte die Börse das tägliche Positionslimit für alle Silber-Futures von 3.000 auf nur 800 Kontrakte. Ziel war es, spekulative Übertreibungen zu drosseln und eine Kaskade von Liquidationen zu verhindern, die die Preise destabilisieren könnten.
Fonds-Märkte: Prämien steigen und Handelssperren
Der einzige inländische Silber-LOF-Fonds – Guotou Silver LOF (161226) – wurde zum Brennpunkt für Retail- und institutionelle Nachfrage. Am 26. Januar lag der Marktpreis des Fonds mit einem Aufschlag von 50 % auf den Nettoinventarwert, was auf Knappheit und erhöhte Nachfrage hindeutete.
Diese unerwartet hohen Prämien lösten regulatorische Bedenken aus. Am Abend kündigte der Guotou UBS Fonds eine Notfallmaßnahme an: Handelssperre ab Börsenöffnung am 27. Januar bis 10:30 Uhr, mit weiteren Einschränkungen bei Neuzeichnungs- und automatischen Investitionsanmeldungen ab dem 28. Januar. Damit war es die fünfte Sperrung des Fonds seit Jahresbeginn – ein deutlicher Beleg für den Preisdruck und die Marktstörungen.
Spot-Märkte: Volumenanstieg bei zögerlichen Kursangeboten
Das Handelsvolumen bei Silber T+D auf der Shanghai Gold Exchange stieg um 60 % auf 120.000 Kontrakte, wobei die Transaktionspreise parallel zum Aufwärtstrend stiegen. Die starken Kursschwankungen führten jedoch dazu, dass einige Händler aktive Quotierungen aussetzten. Statt ständig Gebote und Angebote zu aktualisieren, zogen sich viele Händler zurück, beobachteten die eingehenden Daten und warteten auf eine Stabilisierung der Preise, bevor sie den normalen Handel wieder aufnahmen.
Ausblick: Chancen und Risiken im Gleichgewicht
Technische Bedenken und politische Gegenwinde
Trotz des überzeugenden fundamentalen Umfelds sind erhebliche Gegenwinde zu beachten. Aus technischer Sicht hat die rasche Preissteigerung den Momentum-Indikator RSI tief in den überkauften Bereich getrieben, was traditionell auf Korrekturrisiken und eine mögliche Gegenbewegung hindeutet.
Zudem ist die Prämienentwicklung bei Fonds inhärent instabil. Sobald das Angebot an Anteilen steigt oder die Retail-Nachfrage nachlässt, werden diese Prämien stark schrumpfen, was eine Preiskorrektur auslösen könnte, die sich auf Spot- und Futures-Märkte auswirkt.
Auf regulatorischer Seite könnten die Behörden die Handelsbeschränkungen oder Margin-Anforderungen weiter verschärfen, um Spekulationen einzudämmen, was zusätzlichen Abwärtsdruck auf den Silberpreis ausüben könnte.
Anlageempfehlung: Vorsicht statt Aggression
Für Investoren, die sich in diesem Umfeld bewegen, ist ein disziplinierter Ansatz essenziell. Futures-Händler sollten ihre Positionen strikt disziplinieren, die Exponierung unter 30 % des Kontoguthabens halten und klare Stop-Loss- sowie Take-Profit-Levels setzen, um das Risiko bei starken Kursschwankungen zu begrenzen.
Fondsanleger sollten der Versuchung widerstehen, LOF-Produkte zu jagen, die zu extremen Prämien gehandelt werden. Stattdessen bieten Fonds, die nahe am Nettoinventarwert gehandelt werden, bessere risikoadjustierte Einstiegspunkte und vermeiden das Risiko eines Prämienzusammenbruchs.
Insgesamt gilt: Zurückhaltung ist geboten. Der Silbermarkt im Januar 2026 zeigte sowohl fundamentale Langzeitchancen als auch kurzfristige Übertreibungen. Ein „Abwarten und Beobachten“-Ansatz – die Entwicklung der Marktstimmung verfolgen und auf eine Stabilisierung der Bewertungen warten – ist der vernünftigste Weg, um nachhaltige Investitionschancen in diesem Silberpreisumfeld zu erkennen.
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Silbermärkte steigen stark an: Der Preisanstieg im Januar 2026 erklärt
Der Silbermarkt erlebte Ende Januar 2026 einen historischen Anstieg, wobei die Spotpreise in London am 26. Januar 113,48 $ pro Unze erreichten – ein bemerkenswerter Tagesanstieg, der Schlagzeilen machte und die Marktstimmung neu prägte. Dieser spektakuläre Anstieg, angetrieben durch eine Konvergenz makroökonomischer Rückenwindfaktoren, struktureller Angebotsengpässe und aggressiver Kapitalpositionierungen, unterstreicht die dynamischen Kräfte, die in den Edelmetallmärkten wirken. Das Verständnis der Treiber hinter diesem Silberpreisanstieg und seiner Kaskadeneffekte auf verschiedenen Handelsplätzen bietet wichtige Einblicke für Marktteilnehmer.
Der Aufschwung: Durchbruch bei Widerständen und neue Rekorde
Die Bewegung begann früh am 26. Januar, als Silber in London bei 104,2 $/Unze eröffnete und im Laufe des Handelstages allmählich an Stärke gewann. Der eigentliche Schwung kam gegen 14:00 Uhr Beijing-Zeit, als die Preise sich rasch über die psychologisch wichtige Marke von 110 $ hinaus beschleunigten. Bis zum Handelsschluss stieg der Spotpreis auf 113,48 $/Unze – ein Plus von 8,06 % gegenüber dem Vortag. Diese Entwicklung war nicht auf internationale Märkte beschränkt. Der Silber-Future-Kontrakt in Shanghai (AG2606) zeigte ein noch dramatischeres Bild, erreichte ein Intraday-Hoch von 28.877 Yuan/Kilogramm und schloss mit einem Tagesplus von 9,33 %, nahe an der von der Börse gesetzten Tagesobergrenze.
Diese Bewegungen spiegelten eine intensive Nachfrage aller Marktteilnehmer wider, von Hedgefonds, die auf weitere Wertsteigerungen setzten, bis hin zu Industrieabnehmern, die sich Sorgen um die Versorgungssituation machten.
Dreifacher Auslöser: Zinssenkungen, Angebotsknappheit und Kapitalflut
Der explosive Anstieg der Silberpreise im Januar 2026 entstand nicht im Vakuum. Drei unterschiedliche Kräfte vereinten sich, um die Rallye zu entfachen.
Makroökonomischer Rückenwind: Hinweise der Federal Reserve auf Zinssenkungen
Die Sitzung der Federal Reserve im Januar sendete unmissverständliche Signale, dass Zinssenkungen bevorstehen – und zwar bald. Die Markterwartungen verschoben sich rasch, um drei Zinssenkungen im Jahr 2026 einzupreisen, was die realen Zinssätze entlang der Kurve komprimierte. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe sank von 3,8 % zu Beginn des Monats auf 3,2 % Ende Januar, was die Opportunitätskosten für das Halten von zinslosen Edelmetallen wie Silber deutlich verringerte.
Gleichzeitig schwächte sich der US-Dollar stark ab und fiel bis zum 26. Januar auf 98,5 – den niedrigsten Stand seit Mai 2025. Ein schwächerer Dollar macht Silber für internationale Käufer, die andere Währungen halten, günstiger und erhöht die globale Nachfrage, was zusätzlichen Preisdruck ausübt.
Industrielle Fundamentaldaten: Angebots-Nachfrage-Dynamik wird kritisch
Laut den neuesten Daten des Silver Institute vergrößerte sich die weltweite Angebots-Nachfrage-Lücke bei Silber im Jahr 2025 auf einen Rekord von 5200 Tonnen, und frühe Hinweise auf 2026 deuten an, dass dieses Defizit weiter gewachsen ist. Auf der Angebotsseite stiegen die Produktionsprobleme: Große Minen in Peru und Mexiko verzeichneten monatliche Rückgänge von 7 % aufgrund von Wartungszyklen und zunehmend strengeren Umweltauflagen.
Die Nachfrage blieb robust. Photovoltaik-Hersteller – der größte industrielle Verbraucher von Silber – erhöhten ihre Nachfrage um 12 % im Jahresvergleich, während Elektronik und andere Sektoren stabile Käufe tätigten. Dieses strukturelle Ungleichgewicht zwischen begrenztem Angebot und resilienter Nachfrage bildete eine starke fundamentale Basis für die Preissteigerung.
Kapitaldynamik: Spekulative Zuflüsse beschleunigen die Gewinne
Besonders sichtbar war die Flut an spekulativem Kapital, das während der Rallye in den Silbermarkt strömte. Daten der Commitments of Traders (CFTC) zeigten, dass die Netto-Long-Positionen der Nicht-Handelsfirmen bei Silber-Futures im Vergleich zum Monatsbeginn um 150 % stiegen und den höchsten Stand seit 2025 erreichten. Diese Umschichtung spiegelte sowohl Trendfolgedynamiken als auch neue Überzeugungen hinsichtlich der Silberpreisentwicklung wider.
Passive Zuflüsse gaben dem Ganzen zusätzlichen Schwung. Der iShares Silver Trust, der weltweit größte ETF mit Silberfokus, meldete am 26. Januar eine Tageszunahme der Bestände um 1.200 Tonnen, was die Gesamtsumme auf 18.000 Tonnen steigen ließ – die größte Tageszugabe seit 2024. Diese Zuflüsse signalisierten, dass institutionelle Investoren die Rallye ernst nahmen und neues Kapital investierten.
Marktreaktion: Dringende Maßnahmen an verschiedenen Handelsplätzen
Die Intensität der Bewegung führte zu schnellen regulatorischen und operativen Reaktionen.
Futures-Märkte: Höheres Volumen und Risikokontrolle
Der Handel mit dem wichtigsten Silber-Future in Shanghai explodierte am 26. Januar, mit einem Volumen von 230.000 Kontrakten – 40 % mehr als am Vortag – während die offene Position um 50.000 Kontrakte auf 1,5 Millionen stieg. Der Anstieg bei Aktivität und Hebelwirkung veranlasste die Shanghai Futures Exchange, Notfallmaßnahmen zur Risikosteuerung zu ergreifen.
Ab dem 27. Januar (einschließlich Nachbörse am 26.) reduzierte die Börse das tägliche Positionslimit für alle Silber-Futures von 3.000 auf nur 800 Kontrakte. Ziel war es, spekulative Übertreibungen zu drosseln und eine Kaskade von Liquidationen zu verhindern, die die Preise destabilisieren könnten.
Fonds-Märkte: Prämien steigen und Handelssperren
Der einzige inländische Silber-LOF-Fonds – Guotou Silver LOF (161226) – wurde zum Brennpunkt für Retail- und institutionelle Nachfrage. Am 26. Januar lag der Marktpreis des Fonds mit einem Aufschlag von 50 % auf den Nettoinventarwert, was auf Knappheit und erhöhte Nachfrage hindeutete.
Diese unerwartet hohen Prämien lösten regulatorische Bedenken aus. Am Abend kündigte der Guotou UBS Fonds eine Notfallmaßnahme an: Handelssperre ab Börsenöffnung am 27. Januar bis 10:30 Uhr, mit weiteren Einschränkungen bei Neuzeichnungs- und automatischen Investitionsanmeldungen ab dem 28. Januar. Damit war es die fünfte Sperrung des Fonds seit Jahresbeginn – ein deutlicher Beleg für den Preisdruck und die Marktstörungen.
Spot-Märkte: Volumenanstieg bei zögerlichen Kursangeboten
Das Handelsvolumen bei Silber T+D auf der Shanghai Gold Exchange stieg um 60 % auf 120.000 Kontrakte, wobei die Transaktionspreise parallel zum Aufwärtstrend stiegen. Die starken Kursschwankungen führten jedoch dazu, dass einige Händler aktive Quotierungen aussetzten. Statt ständig Gebote und Angebote zu aktualisieren, zogen sich viele Händler zurück, beobachteten die eingehenden Daten und warteten auf eine Stabilisierung der Preise, bevor sie den normalen Handel wieder aufnahmen.
Ausblick: Chancen und Risiken im Gleichgewicht
Technische Bedenken und politische Gegenwinde
Trotz des überzeugenden fundamentalen Umfelds sind erhebliche Gegenwinde zu beachten. Aus technischer Sicht hat die rasche Preissteigerung den Momentum-Indikator RSI tief in den überkauften Bereich getrieben, was traditionell auf Korrekturrisiken und eine mögliche Gegenbewegung hindeutet.
Zudem ist die Prämienentwicklung bei Fonds inhärent instabil. Sobald das Angebot an Anteilen steigt oder die Retail-Nachfrage nachlässt, werden diese Prämien stark schrumpfen, was eine Preiskorrektur auslösen könnte, die sich auf Spot- und Futures-Märkte auswirkt.
Auf regulatorischer Seite könnten die Behörden die Handelsbeschränkungen oder Margin-Anforderungen weiter verschärfen, um Spekulationen einzudämmen, was zusätzlichen Abwärtsdruck auf den Silberpreis ausüben könnte.
Anlageempfehlung: Vorsicht statt Aggression
Für Investoren, die sich in diesem Umfeld bewegen, ist ein disziplinierter Ansatz essenziell. Futures-Händler sollten ihre Positionen strikt disziplinieren, die Exponierung unter 30 % des Kontoguthabens halten und klare Stop-Loss- sowie Take-Profit-Levels setzen, um das Risiko bei starken Kursschwankungen zu begrenzen.
Fondsanleger sollten der Versuchung widerstehen, LOF-Produkte zu jagen, die zu extremen Prämien gehandelt werden. Stattdessen bieten Fonds, die nahe am Nettoinventarwert gehandelt werden, bessere risikoadjustierte Einstiegspunkte und vermeiden das Risiko eines Prämienzusammenbruchs.
Insgesamt gilt: Zurückhaltung ist geboten. Der Silbermarkt im Januar 2026 zeigte sowohl fundamentale Langzeitchancen als auch kurzfristige Übertreibungen. Ein „Abwarten und Beobachten“-Ansatz – die Entwicklung der Marktstimmung verfolgen und auf eine Stabilisierung der Bewertungen warten – ist der vernünftigste Weg, um nachhaltige Investitionschancen in diesem Silberpreisumfeld zu erkennen.