Bis Anfang 2026 wird die Hauptlinie der globalen Finanzmärkte allmählich klarer, und die „FAFO (Buy American)“-Strategie gewinnt wieder an Bedeutung bei der Asset-Allokation. Insgesamt zeigen der US-Dollar und die wichtigsten Aktienindizes eine relativ stabile Performance, während Kryptowährungen phasenweise eine Korrektur erleben, was widerspiegelt, dass die Risikobereitschaft sich von hochvolatilen Assets hin zu traditionellen defensiven und Kernmarktanlagen verschiebt.
Seit der ersten Woche 2026 ist die Erzählung „Kauf amerikanischer Produkte“ deutlich im Aufwind, der US-Dollar-Index gewinnt an Stärke, und die US-Aktienmärkte stabilisieren sich parallel. Gleichzeitig fällt der DAX-Index in Deutschland besonders auf, wobei der Anstieg hauptsächlich durch erhöhte Erwartungen an Verteidigungsausgaben und defensive Aktien getrieben wird. Rheinmetall-Aktien sind Anfang 2026 bereits um über 20 % gestiegen, und im gesamten Jahr 2025 verzeichneten sie eine Rendite von fast 150 %, was sie zu einem repräsentativen Wert im europäischen Verteidigungssektor macht.
Aus geopolitischer Sicht hat die USA kürzlich die Spannungen mit Venezuela verschärft und Maßnahmen wie die Beschlagnahmung entsprechender Vermögenswerte ergriffen, was die Logik der Allokation in defensive Anlagen weiter stärkt. Vor diesem Hintergrund zeigen US-Verteidigungsunternehmen eine starke Performance, beispielsweise stieg Lockheed Martin am vergangenen Freitag um 4,5 % an einem Tag. Insgesamt könnten kurzfristig defensive Aktien, Energieaktien und verwandte Industriesektoren weiterhin die Kernfokuspunkte der Kapitalflüsse sein.
Gleichzeitig erholt sich die Nachfrage nach sicheren Anlagen. Gold, Silber, der Schweizer Franken und der Yen erhalten Unterstützung, obwohl Arbitrage-Geschäfte die Kursgewinne noch bis zu einem gewissen Grad dämpfen. In einem Umfeld, in dem die Renditen der 30-jährigen US-Staatsanleihen volatil auf hohem Niveau schwanken, behalten diese Anlagen dennoch ihre Allokationswerte. Diese Entwicklung wird auch im Markt als „FAFO-Erzählung“ zusammengefasst, wobei Trumps Eingriffe in den Energiemarkt und die geopolitische Lage die globale Risiko-Bewertung neu gestalten.
Makroökonomisch wurde in der letzten Woche die US-Non-Farm-Payroll-Zahlung veröffentlicht, die nur um 50.000 neue Stellen stieg und damit unter den erwarteten 70.000 lag. Kurzfristig übt diese Zahl Druck auf den US-Dollar aus, doch dieser stabilisiert sich anschließend und schließt mit Kursgewinnen ab. Auch der Goldpreis schloss nach Volatilität im Plus. Im Handel wird allgemein erwartet, dass die Zinssätze bei den FOMC-Sitzungen im Januar und März wahrscheinlich unverändert bleiben. Das FEDwatch-Tool zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit, die Zinsen nicht zu ändern, nach der Veröffentlichung der Non-Farm-Daten weiter gestiegen ist.
Für diese Woche wird die US-CPI-Daten eine entscheidende Variable sein. Obwohl nach den schwächeren Beschäftigungszahlen eine leichte Rückkehr der Inflation erwartet wird, ist diese Erwartung bereits vollständig eingepreist. Zudem sind die geldpolitischen Strategien der wichtigsten Zentralbanken weltweit stabil, was den Spielraum für Zinssenkungen begrenzt.
Technisch betrachtet befindet sich XAU/USD in einer saisonal günstigen Phase, da die ersten beiden Wochen im Januar traditionell eine hohe Wahrscheinlichkeit für Kursanstiege aufweisen. Derzeit wird der Goldpreis durch den 20-Tage-Durchschnitt gestützt, das Momentum ist gesund, und es ist noch nicht in überkauften Zonen, sodass vor der CPI-Veröffentlichung noch Spielraum für eine Fortsetzung besteht.
Was die US-Aktienmärkte betrifft, so hinkt der S&P 500 im Vergleich zum DAX etwas hinterher, doch durch die Unterstützung von defensiven, Energie- und Finanzwerten dürfte sich die Entwicklung verbessern. Mit der Veröffentlichung von Quartalszahlen durch Institutionen wie JPMorgan, Bank of America, Wells Fargo und BlackRock sowie der Beeinflussung durch Inflationsdaten könnten die US-Aktien kurzfristig schwanken, bevor sie allmählich eine Richtung finden.
In der Gesamtstruktur betrachtet, neigt der Markt Anfang 2026 eher zu defensiven und Kernanlagen, und die „FAFO“-Strategie bleibt ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis der aktuellen Goldentwicklung, der Differenzierung im US-Aktienmarkt sowie der makroökonomischen Kapitalflüsse.