BlackRock ETHB startet mit 15,5 Mio. USD Handelsvolumen: Wie Staking die Ethereum-ETFs verändert

Aktualisiert: 13.03.2026 05:44
  1. März 2026 — Der Vermögensverwalter BlackRock hat sein auf Staking basierendes Ethereum-ETF (Ticker: ETHB) an der Nasdaq eingeführt und dabei ein Handelsvolumen von rund 15,5 Millionen US-Dollar am ersten Tag verzeichnet. Auch wenn dieser Wert hinter der Eröffnung von zwei Solana Staking-Fonds im vergangenen Jahr zurückbleibt, bezeichnete Bloomberg-ETF-Analyst James Seyffart das Ergebnis dennoch als „sehr solide".

ETHB ist nicht nur das dritte Krypto-ETF von BlackRock – nach IBIT (Bitcoin Trust) und ETHA (Ethereum Trust) – sondern auch das erste Produkt des Unternehmens, das einen Staking-Mechanismus integriert. Vor dem Hintergrund anhaltender Ethereum-Kursschwankungen zeigt Gate-Marktdaten, dass ETH am 13. März 2026 bei 2.111,22 US-Dollar notierte, was einem Anstieg von 3,99 % innerhalb von 24 Stunden entspricht. Mit der Einführung von ETHB erhält der Markt eine neue Perspektive: Wie wird die Kombination aus traditionellen Finanzinstrumenten und nativer On-Chain-Rendite die Strategien zur Allokation digitaler Vermögenswerte verändern? Dieser Artikel bietet eine umfassende Analyse der Daten, Struktur und Narrative rund um ETHB.

ETHBs Bilanz am ersten Handelstag

Der ETHB (iShares Staked Ethereum Trust) startete am 12. März (Ortszeit, Donnerstag) an der Nasdaq. Es wurden 592.804 Anteile gehandelt, das Gesamtvolumen lag bei etwa 15,5 Millionen US-Dollar. Der Fonds verfolgt eine zweistufige Struktur aus „Spot-Bestand + Teil-Staking" und ermöglicht Anlegern sowohl die Partizipation an ETH-Kursschwankungen als auch das Erzielen von Netzwerk-Staking-Erträgen.

Aus Sicht der Produktgestaltung erhebt ETHB eine Gebühr von 0,25 %, bietet jedoch einen gestaffelten Rabatt: Für die ersten 2,5 Milliarden US-Dollar an verwaltetem Vermögen oder innerhalb des ersten Jahres reduziert sich die Gebühr auf 0,12 %. Coinbase fungiert als Verwahrstelle und Staking-Dienstleister, während Figment, Galaxy Digital und Attestant von Bitwise als Netzwerk-Validatoren die tatsächlichen Staking-Operationen übernehmen. Offenlegungen zufolge sind rund 80 % des ETHB-Portfolios gestaktes Ethereum, die restlichen 20 % werden als Spot-ETH gehalten.

Von IBIT zu ETHB: Die Entwicklung im Überblick

BlackRocks Ansatz bei Krypto-ETFs folgt einer klaren „Drei-Phasen-Strategie". Die erste Phase konzentrierte sich auf das Bitcoin-Spot-ETF (IBIT), das bis März 2026 ein verwaltetes Vermögen von über 55 Milliarden US-Dollar und Nettozuflüsse von rund 62,8 Milliarden US-Dollar verzeichnete. In der zweiten Phase folgte das Ethereum-Spot-ETF (ETHA) mit aktuell etwa 6,5 Milliarden US-Dollar unter Verwaltung.

Mit dem Start von ETHB beginnt nun die dritte Phase: die Integration nativer On-Chain-Renditen in den traditionellen ETF-Rahmen. Diese Entwicklung spiegelt BlackRocks Antwort auf die Anlegernachfrage wider – einige Investoren wünschen sich nicht nur eine ETH-Kursbeteiligung, sondern auch die Rendite, die bislang ausschließlich durch direktes On-Chain-Staking erzielt werden konnte. Jay Jacobs, Leiter US-Aktien-ETFs bei BlackRock, wies öffentlich darauf hin, dass das Fehlen von Staking in der ersten Runde der Ethereum-ETFs die Bereitschaft einiger Fonds, von On-Chain- auf ETF-Strukturen zu wechseln, gebremst haben könnte.

Der Zeitplan für die Einführung von ETHB war eng gesteckt. Am 12. März bestätigten James Seyffart und weitere Analysten den bevorstehenden Start des Produkts und veröffentlichten Details zur Gebührenstruktur. Bereits am nächsten Tag begann der Handel mit ETHB, und die ersten Tagesdaten wurden schnell bekannt.

Datenanalyse: Einordnung des Handelsvolumens am ersten Tag

Kennzahl Wert Vergleichsmaßstab
Erstes Handelsvolumen 15,5 Mio. USD Weniger als Bitwise SOL Staking ETF (55,4 Mio. USD)
Erster Tagesumsatz 592.804 Anteile Nasdaq als Datenquelle
Gebührenstruktur 0,25 % (0,12 % im ersten Jahr/2,5 Mrd. USD) IBIT-Standardgebühr: 0,25 %
Staking-Anteil ca. 80 % gestakt Verbleibende 20 % als Spot-ETH
Verwahrer/Staking-Provider Coinbase Node-Betreiber: Figment, Galaxy, Attestant

Rein am Handelsvolumen gemessen ist ein Wert von 15,5 Millionen US-Dollar kein Ausreißer nach oben. Im Jahr 2025 erzielte das Bitwise Solana Staking ETF (BSOL) am ersten Tag 55,4 Millionen US-Dollar, das REX-Osprey SOL+ Staking ETF (SSK) kam auf 33,7 Millionen US-Dollar. Direkte Vergleiche zwischen verschiedenen Anlageklassen sind jedoch mit Vorsicht zu genießen: Die Solana-Staking-ETFs wurden in einer Phase erhöhter Marktdynamik aufgelegt, zudem unterscheiden sich SOL und ETH grundlegend in Marktkapitalisierung, Liquiditätstiefe und Staking-Quoten.

Ein aussagekräftigerer Vergleich ist die Performance von ETHA am ersten Tag. Auch wenn vollständige Daten fehlen, kann man angesichts des Umstands, dass ETHB fast ein Jahr nach ETHA startet und der Markt inzwischen mit Ethereum-ETFs vertraut ist, ein Debüt von 15,5 Millionen US-Dollar als „soliden Start" bewerten. Die Bedeutung liegt weniger in der schieren Größe, sondern darin, dass der Markt dieses neue Segment der „Staking-fähigen ETFs" akzeptiert.

Marktstimmung: Was bewegt die Diskussion?

Die Diskussion um den Start von ETHB konzentriert sich auf mehrere zentrale Themen.

Erstens gehen die Meinungen zu den Zahlen des ersten Tages auseinander. Einige halten das Debüt im Vergleich zu Solana-Staking-ETFs für enttäuschend und sehen darin möglicherweise gedämpfte Erwartungen an Ethereum-Staking-Renditen. Viele professionelle Analysten teilen jedoch die Einschätzung von James Seyffart und betonen die „Solidität" des Starts, gerade weil es bislang keine historischen Vergleichswerte oder ähnliche Produkte gab. In diesem Kontext sind 15,5 Millionen US-Dollar ein respektables Ergebnis.

Zweitens wird über die langfristigen Auswirkungen der Integration von Staking in die ETF-Struktur diskutiert. Manche Investoren sehen darin einen Meilenstein für die Verschmelzung von traditionellem und On-Chain-Finanzwesen: Staking-Erträge, die bislang On-Chain-Teilnehmern vorbehalten waren, sind nun für alle Depotinhaber zugänglich. Anleger in ETHB können an Netzwerk-Sicherheitsprämien teilhaben, ohne eigene Nodes zu betreiben oder an Staking-Provider zu delegieren. Diese „reibungslosen Erträge" könnten Kapital anziehen, das bisher durch technische Hürden abgeschreckt wurde.

Andere wiederum weisen darauf hin, dass ETF-basiertes Staking zu „Rendite-Umverteilungsverlusten" führt – die Erträge werden vom Fonds eingesammelt, in Fiat umgewandelt und als Dividenden ausgeschüttet, sodass Anleger auf ETH-denominierte Zinseszinsen verzichten. Zudem bleibt offen, ob ETF-Strukturen Anleger wirksam vor On-Chain-Risiken wie Sperrfristen, Validatorenausfall und Slashing schützen können. Diese Fragen werden erst die Zeit beantworten.

Narrative auf dem Prüfstand: Von „Staking-Rendite" zum „klassischen Finanzinstrument"

Die zentrale Erzählung von ETHB lautet: „Staking-Rendite in ein ETF bringen." Auch wenn dies ein überzeugendes Marketingargument ist, lohnt sich ein Blick auf die strukturellen Realitäten.

Tatsächlich stakt ETHB einen Teil seiner Vermögenswerte On-Chain und schüttet Erträge regelmäßig an die Anteilseigner aus. Dies ist ein echtes Feature – kein bloßes Werbeversprechen. Dennoch gibt es zwei wesentliche Unterschiede zwischen Staking-Rendite im ETF und nativen On-Chain-Staking.

Erstens verändert sich die Form der Rendite von „Mengenzuwachs" zu „Barausschüttung". On-Chain-Staking-Erträge werden in ETH gutgeschrieben und erhöhen die ETH-Bilanz des Anlegers. ETF-Investoren hingegen erhalten USD-Dividenden aus dem Verkauf von ETH durch den Fonds. Das bedeutet, sie profitieren nicht direkt davon, dass ein steigender ETH-Kurs die Staking-Erträge potenziert.

Zweitens verschiebt sich das Risikoprofil. On-Chain-Staker sind Risiken wie Slashing, Validatoren-Ausfallzeiten und Liquiditätsengpässen ausgesetzt. ETHB setzt auf professionelle Node-Betreiber (Figment, Galaxy etc.) und Verwahrer (Coinbase), um diese Risiken zu managen und das operationelle Risiko für den einzelnen Anleger theoretisch zu senken. Gleichzeitig entstehen jedoch neue Intermediärsrisiken – sollten Node-Betreiber regulatorische oder betriebliche Probleme bekommen, könnten ETF-Staking-Erträge unterbrochen oder verzögert werden.

Zusammengefasst bietet ETHB eine „vereinfachte, gebündelte, aber verwässerte Staking-Erfahrung über klassische Finanzinstrumente". Das Produkt eignet sich vor allem für Anleger, die Bequemlichkeit und regulatorische Konformität höher gewichten als die Maximierung von On-Chain-Renditen.

Branchenwirkung: Drei potenzielle Impulse

Die Einführung von ETHB könnte die Krypto-Asset-Industrie auf drei Ebenen beeinflussen.

Erster Weg: Intensivierung des Wettbewerbs um ETF-Produktfeatures. Mit IBIT und ETHA sind die Basisprodukte für reine Kursbeteiligung abgedeckt. BlackRock erweitert nun mit dem Staking-Mechanismus von ETHB die Funktionspalette auf denselben Basiswert (Ethereum). Dies könnte andere Anbieter dazu motivieren, weitere Kombinationen aus „ETF + On-Chain-Rendite" zu entwickeln – etwa durch Integration von DeFi-Protokollerträgen oder Restaking-Belohnungen in ETF-Strukturen.

Zweiter Weg: Einfluss auf die Konzentration von Ethereum-Netzwerk-Staking. Aktuell wird das Staking von ETHB von wenigen Institutionen (Figment, Galaxy, Attestant) durchgeführt. Wächst der Fonds rasch, könnte der Anteil dieser Node-Betreiber am gestakten ETH steigen, was Bedenken hinsichtlich einer Zentralisierung der Validatoren im Ethereum-Netzwerk auslöst. Dies könnte wiederum zu einer stärkeren Dezentralisierung der Validierungsmechanismen führen.

Dritter Weg: Traditionelles Kapital betrachtet ETH verstärkt unter Renditeaspekten. Die Rolle von ETH in klassischen Portfolios war bislang unklar: Technologiewert, Inflationsschutz oder reines Risikoasset? Staking-Rendite verleiht ETH die Dimension eines „ertragsgenerierenden Assets". Auch wenn eine jährliche Rendite von 3–5 % im traditionellen Vergleich nicht herausragt, könnten digitale Assets mit intrinsischer Rendite in einem sich wandelnden Zinsumfeld verstärkt in Asset-Allokationsmodelle einfließen.

Szenarien: Mögliche Entwicklungspfade

Ausgehend von aktuellen Daten und Struktur ergeben sich für die Zukunft von ETHB drei Szenarien.

Szenario eins: Stetiges Wachstum (Basisszenario). Mit zunehmendem Verständnis für Staking-ETFs steigt das verwaltete Vermögen von ETHB allmählich und orientiert sich am Wachstumspfad von ETHA. In diesem Fall wird ETHB zum „renditeorientierten Zusatzbaustein" im Krypto-Angebot von BlackRock und zieht langfristig orientierte Anleger an, die Cashflow suchen. Die Stabilität der Staking-Erträge, fortlaufende Gebührenrabatte und die Sicherheit der Validatoren stehen im Fokus.

Szenario zwei: Explosives Wachstum (optimistisches Szenario). Sollte ETH in eine Haussephase eintreten und die Staking-Renditen (durch Netzwerkteilnahme) gleichzeitig steigen, könnte ETHB signifikante Kapitalzuflüsse anziehen, da Anleger sowohl auf Kurs- als auch auf Renditechancen setzen. Das Wachstum könnte ETHA überholen und BlackRock dazu zwingen, die Gebührenstruktur anzupassen oder weitere Node-Betreiber einzubinden. Dieses Szenario hängt sowohl von der ETH-Preis- als auch von der Netzwerkaktivität ab.

Szenario drei: Verhaltener Start (vorsichtiges Szenario). Bleibt die Marktakzeptanz für „ETF-basiertes Staking" hinter den Erwartungen zurück oder treten negative Ereignisse wie Validatorenausfälle oder Slashing auf, könnte das Wachstum von ETHB enttäuschen. In diesem Fall dient das Produkt vor allem dazu, im Segment der Staking-ETFs „Flagge zu zeigen", ohne kurzfristig signifikante Größen zu erreichen.

Fazit

Der ETHB-Start von BlackRock mit einem Handelsvolumen von 15,5 Millionen US-Dollar am ersten Tag ist sowohl ein solides Ergebnis als auch ein spannender Auftakt. Er markiert eine neue Phase in der Annäherung traditioneller Finanzinstrumente und nativer On-Chain-Mechanismen – über die reine Kursabbildung hinaus werden nun auch Netzwerkfunktionen der Blockchain integriert.

Für Gate-Nutzer liegt die Bedeutung von ETHB nicht nur in der Bereitstellung eines handelbaren ETFs, sondern vor allem im Aufzeigen eines Trends: Die „Ertragskomponente" von Krypto-Assets wird dekonstruiert, standardisiert und in Formen gebracht, die traditionellen Investoren vertraut sind. Dieser Prozess steht erst am Anfang. Künftig werden nicht nur Veränderungen im Handelsvolumen entscheidend sein, sondern vor allem die Weiterentwicklung der Produktstruktur, der Risikotransmission und der Kapitalflüsse.

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