„Ganz gleich, ob die US-Notenbank eine quantitative Lockerung betreibt – das Wesentliche bleibt unverändert", stellte die Ökonomin Lyn Alden in ihrem Investment-Strategie-Newsletter vom 08. Februar fest. Ihre grundlegende Einschätzung entspricht weitgehend den eigenen Prognosen der Fed: Die Geschwindigkeit der Bilanzausweitung wird sich etwa am Wachstum der gesamten Bankaktiva oder des nominalen BIP orientieren. Dies deutet darauf hin, dass ein Modell des „schrittweisen Gelddruckens" bereits in Gang gesetzt wurde.
Politische Einordnung
Das „schrittweise Gelddrucken" der Fed ist kein Zufallsprodukt – es bildet einen zentralen Bestandteil einer Reihe aktueller geldpolitischer Maßnahmen. Dieser Prozess erfolgt vor allem digital: Die Zentralbank kauft Staatsanleihen und andere Finanzwerte und führt so Liquidität dem Bankensystem zu.
Im Dezember 2025 senkte die Fed ihren Leitzins auf den Bereich von 3,50 % bis 3,75 % und kündigte die Wiederaufnahme eines monatlichen Anleihekaufprogramms über 40 Milliarden US-Dollar an. Der Markt wertete diesen Schritt überwiegend als Versuch, die Liquidität im Finanzsystem nach dem Ende der Bilanzverkürzung aufrechtzuerhalten.
Fed-Chef Jerome Powell hat mehrfach einen Wandel im politischen Fokus signalisiert. Er betonte, dass „Beschäftigungsrisiken schwerer wiegen als Inflationsrisiken" – ein klarer Schwenk von der vorrangigen Inflationsbekämpfung hin zur Förderung des Wirtschaftswachstums. Nach der jüngsten Sitzung des Federal Open Market Committee räumte Powell ein: „Die Inflationsrisiken bleiben nach oben gerichtet, während die Beschäftigungsrisiken nach unten tendieren."
Markterwartungen
Die Erwartungen bezüglich der nächsten Schritte der Fed verändern sich. Laut dem CME FedWatch Tool erwarten aktuell nur etwa 19,9 % der Händler eine Zinssenkung bei der Sitzung im März – gegenüber 23 % noch vor wenigen Tagen.
Mit dem bevorstehenden Wechsel an der Spitze der Fed nimmt die Unsicherheit am Markt zu. Die Amtszeit des derzeitigen Vorsitzenden Jerome Powell endet im Mai 2025; Präsident Trump hat Kevin Warsh nominiert, der als deutlich strikter gilt als andere Kandidaten. Dieser Führungswechsel wirft einen Schatten auf die zukünftige Zinspolitik im Jahr 2026. Fidelity Investments merkt an, dass die Entwicklung der Marktzinsen künftig stärker von Spekulationen über den neuen Vorsitzenden als von den kontinuierlichen Wirtschaftsdaten beeinflusst werden könnte.
Makroökonomische Auswirkungen
Das Umfeld des „schrittweisen Gelddruckens" wirkt sich unterschiedlich auf verschiedene Anlageklassen aus. Lyn Alden empfiehlt Anlegern, weiterhin „hochwertige, knappe Vermögenswerte" zu halten und von überhitzten Sektoren in unterrepräsentierte Bereiche umzuschichten.
Sind die Zinsen niedrig und die Liquidität reichlich vorhanden, suchen Anleger verstärkt nach höheren Renditen in riskanteren Anlagen. Dieses Liquiditätsumfeld hat traditionell Investments wie Aktien und Kryptowährungen begünstigt.
Der erfahrene Fondsmanager Larry Lepard ist ebenfalls der Ansicht, dass die Bilanzausweitung der Fed seit Ende 2025 – vor allem durch das Management der Reserven und weniger durch offensichtliche quantitative Lockerung – still und leise zusätzliche Liquidität in den Markt bringt. Er hebt hervor, dass dieses Umfeld insbesondere knappen Vermögenswerten wie Bitcoin zugutekommen könnte.
Kryptomarkt
Das makroökonomische Umfeld des „schrittweisen Gelddruckens" hat weitreichende Folgen für den Kryptomarkt. Anstatt sich von der Gesamtwirtschaft abzukoppeln, wird Krypto zunehmend stärker mit makroökonomischen Trends verflochten.
Die Marktstruktur hat sich grundlegend verändert. Heute gibt es drei klar abgegrenzte Ebenen: regulierte Bereiche (wie RWA-Tokenisierung und institutionelle Verwahrung), unregulierte Sektoren (hoch spekulative Bereiche) und gemeinsame Infrastruktur (etwa Stablecoins und Oracles). Diese Segmentierung hat die Kapitalflüsse verändert. Früher führte ein Anstieg bei Bitcoin durch den sogenannten Trickle-Down-Effekt zu Kursgewinnen bei anderen Kryptowährungen. Heute bleibt institutionelles Kapital, das über ETFs einsteigt, überwiegend bei Bitcoin konzentriert.
Wertentwicklung der Vermögenswerte
Im Kontext des „schrittweisen Gelddruckens" zeigen die wichtigsten Krypto-Assets eine differenzierte Wertentwicklung. Laut Gate-Daten vom 09. Februar 2026:
Der Bitcoin-Kurs stieg in den vergangenen 24 Stunden um 1,93 % auf 70.727 US-Dollar; die Marktkapitalisierung beträgt 1,41 Billionen US-Dollar und macht 56,14 % des gesamten Marktanteils aus. Der Ethereum-Kurs blieb mit 2.086,84 US-Dollar relativ stabil; die Marktkapitalisierung liegt bei etwa 252,82 Milliarden US-Dollar.
Die Marktanalyse zeigt, dass Bitcoin im Bereich von 71.000–73.000 US-Dollar auf Widerstand stoßen könnte, während die Unterstützung bei etwa 65.000–62.500 US-Dollar liegt. Gelingt der Durchbruch durch die entscheidende Widerstandszone bei 75.000–77.000 US-Dollar, könnte sich ein Weg Richtung 80.000–83.500 US-Dollar eröffnen.
Die Marktkapitalisierung von Bitcoin hat wieder die Marke von 1,41 Billionen US-Dollar überschritten, während Ethereum stabil bei 252,82 Milliarden US-Dollar bleibt. Die Marktsegmentierung setzt sich fort: Regulierte Bereiche wachsen stetig, während unregulierte Sektoren starke Schwankungen erleben. Laut Gate-Handelsdaten erreichte das 24-Stunden-Handelsvolumen von Bitcoin 800,96 Millionen US-Dollar, bei weiterhin hoher Marktaktivität. Als risikoreichstes Ende der Risikokurve profitieren Kryptowährungen erst dann vollumfänglich, wenn die Liquidität in die nachgelagerten Bereiche fließt.
Powells Haltung zum „Ende der Bilanzverkürzung" hat weltweit für erhebliche Turbulenzen an den Finanzmärkten gesorgt. An der Schnittstelle zwischen weitreichenden makroökonomischen politischen Veränderungen und einer sich wandelnden Marktstruktur erlebt der Kryptomarkt eine entscheidende Transformation – von wilden, isolierten Ausschlägen hin zu einer neuen Ära globaler systemischer Integration.




