Nach 17 Jahren beständiger Existenz widerlegt Bitcoin offiziell den „Tulpenmanie-Mythos“, so ein ETF-Experte.

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Bitcoin ist heute nicht mehr mit veralteten Vergleichen wie der „Tulpenmanie“ zu messen. Die über Jahre hinweg bewiesene Beständigkeit und Widerstandsfähigkeit machen diesen Vergleich überholt, so Eric Balchunas, ETF-Experte bei Bloomberg.

„Ich würde Bitcoin niemals mit Tulpen vergleichen, egal wie schlimm der Ausverkauf am Markt auch sein mag“, teilte er in seinem Kommentar am Sonntag mit.

Balchunas betonte, dass die Tulpenblase in nur etwa drei Jahren explodierte und platzte – „ein einziger Schlag genügte, um sie komplett zu vernichten“. Im Gegensatz dazu hat Bitcoin – aktuell bei rund 89.362 US-Dollar – bereits sechs bis sieben massive Einbrüche überstanden, sich immer wieder erholt, neue Höchststände erreicht und ist nun schon seit 17 Jahren am Markt.

„Meiner Meinung nach reicht allein diese Widerstandskraft aus, um jeglichen Vergleich mit Tulpen endgültig zu beenden. Ganz zu schweigen davon, dass Bitcoin in den letzten drei Jahren um etwa 250 % und allein im letzten Jahr um 122 % gestiegen ist.“

Er stellt fest, dass ein Teil der Öffentlichkeit Bitcoin schlichtweg nicht mag und solche Vergleiche gerne nutzt, um Anhänger zu verspotten – und dieser Trend dürfte noch anhalten.

Vor nicht allzu langer Zeit bezeichnete der bekannte Investor Michael Burry – Hauptfigur des Films „The Big Short“ – Bitcoin als „Tulpenzwiebel unserer Zeit“. 2017 kritisierte auch JPMorgan-CEO Jamie Dimon Bitcoin als „schlimmer als Tulpen“ und „Betrug“.

Tulpen steigen rasant und stürzen in drei Jahren ab

Die Tulpenmanie in den Niederlanden war ein spekulatives Phänomen mit fast schon manischem Charakter und fand während des Niederländischen Goldenen Zeitalters statt. Als Tulpen – ursprünglich aus der Türkei nach Europa gebracht – rasch zum Statussymbol der wohlhabenden Händlerschicht wurden, stieg ihr Wert unkontrolliert an.

Ab 1634 schossen die Tulpenpreise in die Höhe und erreichten ihren Höhepunkt 1636. Einige seltene Tulpenzwiebeln wurden zu Preisen gehandelt, die teurer waren als ein Haus in Amsterdam, was eine beispiellose Spekulationsblase auslöste. Doch alles brach in einem Augenblick zusammen: Anfang 1637 stürzte der Markt plötzlich ab, die Preise fielen innerhalb weniger Wochen um über 90 %, und viele Spekulanten gerieten in die Krise.

Die Tulpenmanie gilt bis heute als eine der frühesten Spekulationsblasen der Geschichte und legte den Grundstein für das berühmte „Pump-and-Dump“-Muster (pump and dump) in modernen Finanzmärkten.

Die Tulpenmanie dauerte nur drei Jahre | Quelle: Eric Balchunas## Bitcoin und Tulpen: Ein falscher Vergleich

Balchunas ist der Meinung, dass die Entwicklung von Bitcoin in diesem Jahr in Wirklichkeit nur ein Prozess ist, um „extreme Übertreibungen“ aus dem Markt zu nehmen, die sich im Vorjahr angesammelt hatten. Daher sei es völlig normal, wenn auch das Jahr 2025 in einer Seitwärtsbewegung oder mit leichten Verlusten endet – Bitcoin bewegt sich weiterhin auf einem 50 %-Jahresdurchschnitt, was typisch für Marktzyklen ist. Laut ihm durchlaufen alle Anlageklassen, auch Aktien, Phasen der „Abkühlung“, während Investoren dazu neigen, dieses Phänomen „überzuanalysieren“.

Er widerspricht auch der Ansicht, dass Bitcoin keine intrinsische Rendite abwirft. Balchunas betont: „Ja, Bitcoin und Tulpen generieren keinen Cashflow. Aber Gold tut das auch nicht, Picasso-Gemälde ebenso wenig, seltene Briefmarken auch nicht – sollten wir deshalb all diese Dinge mit Tulpen vergleichen? Nicht jedes Asset muss Erträge erwirtschaften, um einen Wert zu haben.“ Die Tulpenblase sei lediglich ein Produkt von kurzfristiger Euphorie und Panik gewesen, während Bitcoin ein „vollständig anderes Phänomen“ sei.

Ähnlich sieht es Garry Krug, Chief Strategy Officer beim Bitcoin-Treasury-Unternehmen Aifinyo (Deutschland): „Keine einzige Blase hat mehrere Zyklen überstanden, rechtliche Auseinandersetzungen, geopolitische Spannungen, Halvings, Börsencrashs… und ist dennoch immer wieder zurückgekehrt, um neue Allzeithochs zu markieren.“

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