Bei der Bewertung der XRP-Entwicklung neigen die Märkte dazu, sich übermäßig auf den Preis selbst zu konzentrieren, während ein zukunftsorientierterer Indikator – die XRP-Haushaltsliste und die dahinter stehende Besitzstruktur – oft vernachlässigt wird. Betrachtet man die On-Chain-Verteilung, besteht eine deutliche Diskrepanz zwischen der nominalen Umlaufmenge von XRP und dem tatsächlich handelbaren Angebot, was die Marktangebot- und nachfragelandschaft tiefgreifend beeinflusst.
Zunächst hat XRP kürzlich eine deutliche Korrektur erlebt, wobei der Preis von etwa 3,66 US-Dollar auf rund 1,85 US-Dollar gefallen ist, ein Rückgang von fast 50 %. Während des Preisrückgangs stiegen die Zuflüsse von XRP auf den führenden Krypto-Börsen deutlich an, mit Tagestransfers von bis zu 35 Millionen bis 116 Millionen Coins, was auf einen kurzfristigen Verkaufsdruck hinweist. Gleichzeitig sinkt die Gesamtmenge an XRP, die auf den Börsen gehalten wird, kontinuierlich und liegt derzeit bei fast 1,5 Milliarden Coins, was darauf hindeutet, dass die langfristig für den Handel verfügbaren Coins abnehmen.
Besonders bemerkenswert ist die Besitzstruktur von XRP. Daten zeigen, dass über 6 Millionen Wallets 500 oder weniger XRP halten, was überwiegend Kleinanlegerkonten sind. Die Kontrolle über große Mengen an XRP liegt bei einer begrenzten Anzahl von High-Net-Worth-Adressen, den sogenannten XRP-Haushaltsliste-Wallets. Das bedeutet, dass die Gesamtversorgung zwar groß ist, die Konzentration jedoch hoch ist und die tatsächliche Liquidität deutlich unter den Oberflächenzahlen liegt.
Darüber hinaus ist der Besitz und die Nutzung von XRP durch mehrere Protokollbeschränkungen eingeschränkt. Ein Teil der Token ist aufgrund von Kontoreserven, Netzwerkmechanismen oder funktionalen Zwecken gesperrt und kann nicht frei zirkulieren. Dies reduziert die effektiv verfügbare Menge auf dem Markt weiter. Gleichzeitig sind die Einstiegskosten für XRP deutlich gestiegen: Der Kauf von 1000 XRP kostet derzeit etwa 1750 US-Dollar, während es vor etwas mehr als einem Jahr nur rund 500 US-Dollar waren. Die Fähigkeit der Kleinanleger, während der Korrektur nachzukaufen, ist deutlich eingeschränkt.
Insgesamt entsteht durch die begrenzte Anzahl an kleinen Wallets, die abnehmende verfügbare XRP-Menge und die Kontrolle großer Mengen durch wohlhabende Adressen eine potenzielle Angebots-Nachfrage-Lücke. In einem solchen Strukturmodell kann der Markt, sobald der Verkaufsdruck nachlässt und die Nachfrage marginal wieder ansteigt, schnell von einer lockeren in eine angespannte Situation wechseln. Deshalb offenbaren die XRP-Haushaltsliste und die On-Chain-Besitzverteilung oft mehr über die langfristigen Trends und potenziellen Wendepunkte als kurzfristige Preisschwankungen.
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