Trump-Familie WLF beantragt die Gründung einer Bundesbank, plant die eigenständige Ausgabe und Verwahrung des USD1-Stabilcoin und sucht den Anschluss an das Federal Reserve Payments System, was Bedenken hinsichtlich Interessenkonflikten hervorruft.
Die von der Trump-Familie unterstützte Kryptowährungsplattform World Liberty Financial (WLF) gab heute früh (1/8) taiwanischer Zeit bekannt, dass sie bei der US-Office of the Comptroller of the Currency (OCC) einen Antrag gestellt hat, um eine landesweite Trust Bank namens „World Liberty Trust Company“ zu gründen.
Das Ziel von WLF ist es, die Emission, Verwahrung und den Tausch des USD1-Stabilcoins intern zu verwalten, anstatt ausschließlich auf Drittanbieter wie BitGo zu vertrauen.
Bei Genehmigung wird WLF Trust Bank den USD1-Stabilcoin kostenlos prägen und zurücknehmen, sowie direkte Umwandlungen zwischen USD und USD1 unterstützen und digitalen Vermögensverwahrungsservice für institutionelle Kunden anbieten.
Bildquelle: Offizielle Pressemitteilung von WLF Trump-Familie WLF Plattform kündigt Antrag auf Bundesbank-Lizenz an
Seit der Amtsübernahme von Trump hat sich die Haltung der US-Regulierungsbehörden gegenüber der Integration von Kryptowährungen in das traditionelle Finanzsystem deutlich gewandelt.
Im Dezember letzten Jahres erteilte die OCC bedingte Banklizenzen an fünf Unternehmen, darunter Circle, Ripple, Fidelity Digital Assets, BitGo und Paxos.
OCC-Direktor Jonathan Gould sagte damals, dass neue Akteure im Bundesbankensystem sowohl für Verbraucher, die Bankenbranche als auch die Gesamtwirtschaft vorteilhaft seien, da sie nicht nur neue Produkte und Kreditquellen bieten, sondern auch die dynamische Wettbewerbsfähigkeit und Vielfalt des Bankensystems sichern.
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WLFs Ehrgeiz beschränkt sich nicht nur auf die Trust-Lizenz, sondern zielt auf eine tiefere Integration in das Kernfinanzsystem ab.
WLF schließt sich zahlreichen digitalen Vermögenswert-Unternehmen an und sucht regulatorische Genehmigung, um letztlich das „Simplified Main Account“ bei der Federal Reserve zu erhalten. Dieses Konto würde es Krypto-Unternehmen ermöglichen, die Zahlungssysteme der Federal Reserve in begrenztem Umfang zu nutzen, was als entscheidender Schritt für die Mainstream-Akzeptanz digitaler Vermögenswerte gilt.
Die Federal Reserve hat kürzlich eine Konsultation zum Konzept der Eröffnung eines vereinfachten Hauptkontos gestartet, doch traditionelle Banken äußern Bedenken, da eine leichte Vergabe entsprechender Rechte an Krypto-Unternehmen Risiken für die finanzielle Stabilität bergen könnte.
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Während WLFs Geschäftstätigkeit rasant wächst, zieht die enge Verbindung zu Trumps Regierung die Aufmerksamkeit von Gesetzgebern und der Öffentlichkeit auf sich.
Präsident Trump und sein Sohn kündigten im September 2024 die Gründung von WLF an, und im März 2025 wurde der Stablecoin eingeführt. Zudem wurde eine Investition im Wert von 2 Milliarden US-Dollar zwischen der Krypto-Börse Binance und dem Investmentunternehmen MGX aus den Vereinigten Arabischen Emiraten abgeschlossen, bei der auch WLF-Stabilcoins verwendet wurden. Die „New York Times“ hinterfragte in einem Artikel, ob hier Interessenkonflikte vorliegen.
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Außerdem wurde zuvor Trumps Begnadigung des Binance-Gründers Zhao Changpeng (CZ) kritisiert, da dies möglicherweise einen Interessenkonflikt darstellt. Obwohl WLF behauptet, die Trump-Familie sei nicht in den täglichen Betrieb involviert, werden bei der Beantragung der Banklizenz diese komplexen politischen und geschäftlichen Verbindungen wahrscheinlich einer strengeren Prüfung unterzogen.