Kolumbiens Kryptowährungsregulierung wird deutlich verschärft. Nach Berichten des lokalen Mediums CriptoNoticias hat die kolumbianische Steuerbehörde DIAN (Dirección de Impuestos y Aduanas Nacionales) formell die Entschließung Nummer 000240 erlassen, die alle Kryptowährungsplattformen, die Dienstleistungen für kolumbianische Einwohner oder Steuerzahler erbringen, zur Erfassung und Übermittlung von Benutzer- und Transaktionsdaten verpflichtet. Diese Maßnahme wird als wichtiger Wendepunkt für Kolumbiens Kryptowährungssteuerverwaltung in eine systematisierte und umfassende Regelung betrachtet.
Nach dieser Entschließung unterliegen regulierte Subjekte den Handelsplattformen, Vermittlern und verwandten Dienstleistern, die mit Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum und Stablecoins handeln. Unabhängig davon, ob sich die Plattformen innerhalb oder außerhalb Kolumbiens befinden, müssen sie ihre Meldepflichten erfüllen, solange sie kolumbianische Steuerzahler bedienen. Die zu meldenden Informationen umfassen Kontoinhaberschaft, Transaktionsbeträge, Transferhäufigkeit, Marktwert am Ende der Periode sowie den Nettokontostand und andere Kerndaten, was die Sichtbarkeit der Steuerbehörde für Kryptowährungsströme erheblich verbessert.
Die DIAN gab an, dass diese neue Regelung mit dem von der OECD vorgeschlagenen Berichterstattungsrahmen für Kryptowährungen übereinstimmt und darauf abzielt, die Transparenz in der digitalen Vermögensbranche zu verbessern und Steuerhinterziehung oder Vermögensverheimlichung durch Kryptowährungen zu verhindern. Obwohl diese Entschließung Ende 2025 in Kraft getreten ist, werden die spezifischen Meldepflichten ab dem Steuerjahr 2026 wirksam, wobei der erste umfassende Bericht mit vollständigen Jahresdaten bis zum letzten Arbeitstag im Mai 2027 eingereicht werden muss.
Zuvor waren kolumbianische Einzelnutzer bereits verpflichtet, ihre gehaltenen Kryptowährungen und damit verbundene Erträge in ihrer jährlichen Einkommensteuererklärung offenzulegen, aber den Steuerbehörden fehlte ein Mechanismus zur Validierung durch Dritte. Nach Umsetzung der neuen Regelung kann die DIAN persönliche Meldeinformationen überprüfen, und Kryptowährungen werden systematischer in das nationale Steuersystem integriert. Für Institutionen, die nicht wie erforderlich melden oder ungenaue Informationen einreichen, können die Aufsichtsbehörden Bußgelder in Höhe von bis zu 1 % des nicht gemeldeten Transaktionsbetrags verhängen.
Aus Marktperspektive nimmt Kolumbien eine wichtige Position im lateinamerikanischen Kryptowährungs-Ökosystem ein. Nach Angaben von Chainalysis betrug das Volumen der Kryptowährungstransaktionen des Landes zwischen 2024 und 2025 44,2 Milliarden US-Dollar, wobei die Transaktionsaktivität in der Region führend ist. Diese regulatorische Verschärfung wird als wichtiger weiterer Fortschritt lateinamerikanischer Länder auf dem Weg zur Kryptowährungscompliance angesehen und könnte tiefgreifende Auswirkungen auf lokale Kryptowährungsnutzer und Plattformbetriebsmodelle haben.
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