
Blockchain-Unternehmen LayerZero Labs plant die Einführung einer Layer-1-Blockchain namens Zero, die von Citadel vorfinanziert wird. Zielmarkt sind institutionelle Finanzmärkte. Zero soll im Herbst 2026 starten, wobei ARK-CEO Cathie Wood dem Beratungsgremium beitritt, das Mitglieder wie den Strategievizepräsidenten der ICE und den ehemaligen Leiter für digitale Vermögenswerte bei BNY Mellon umfasst.
Das Projekt wird von ARK Invest unterstützt, das Anteilseigner an LayerZero und ZRO wird; außerdem hat der Market Maker Citadel Securities eine strategische Investition in den Token getätigt. Das Engagement dieser beiden Institutionen ist symbolträchtig, da sie die Spitzenkräfte im traditionellen Finanzwesen und in innovativen Investitionen repräsentieren.
Citadel Securities ist einer der größten Market Maker weltweit und spielt sowohl im US-Aktien- als auch im Kryptomarkt eine bedeutende Rolle. Das Unternehmen stellt Liquidität für etwa 27 % des Handelsvolumens an der NYSE bereit und ist auch bei mehreren Kryptobörsen ein zentraler Market Maker. Die strategische Investition von Citadel in Zero bedeutet nicht nur Kapital, sondern könnte auch darauf hindeuten, dass in Zukunft Market-Making-Dienste auf der Zero-Blockchain angeboten werden, was die Liquidität und den Handelsumfang erheblich steigern würde.
ARK Invest und ihre CEO Cathie Wood sind bekannt für ihre Wetten auf disruptive Innovationen. ARK erzielte enorme Gewinne bei Aktien wie Tesla und Coinbase, erlitt aber auch heftige Rückschläge in den Jahren 2021–2022. Die Investition in LayerZero zeigt, dass Cathie Wood langfristig an die Vorteile der Cross-Chain-Kommunikation und an institutionelle Blockchains glaubt. Noch wichtiger ist, dass ARK nicht nur in Aktien und Token investiert, sondern dass Cathie Wood auch dem neu gegründeten Beratungsgremium von Zero beitritt.
Cathie Wood: CEO von ARK Invest, eine bekannte Befürworterin weiblicher Führungskräfte
Michael Blaugrund: Strategievizepräsident bei ICE, Vertreter der Muttergesellschaft der NYSE
Caroline Butler: Ehemalige Leiterin für digitale Vermögenswerte bei BNY Mellon, mit traditionellem Finanzhintergrund
Dieses Gremium zeigt, dass LayerZero ambitioniert ist, nicht nur technologische Durchbrüche zu erzielen, sondern auch in den traditionellen Finanzsektor vorzudringen. Die Beteiligung von Führungskräften wie bei ICE und BNY Mellon öffnet Türen für die Akzeptanz der Zero-Blockchain im klassischen Finanzwesen. Das Engagement dieser Institutionen könnte andere konservative Finanzakteure überzeugen, die Plattform zu prüfen.
Das Investment der Tether-Strategieabteilung wurde am Dienstag ebenfalls bekanntgegeben. Tether, der weltweit größte Stablecoin-Emittent, ist für seine vorsichtigen und präzisen Investitionen bekannt. Die Entscheidung, in LayerZero zu investieren, könnte bedeuten, dass USDT künftig auf der Zero-Blockchain ausgegeben oder integriert wird, was zu einem enormen Handelsvolumen und einer großen Nutzerbasis führen könnte.
LayerZero Labs behauptet, dass Zero durch den Einsatz von Zero-Knowledge-Proofs (ZKP) und Jolt auf 200.000 Transaktionen pro Sekunde skalieren kann. Das Unternehmen erklärt, dass Zero durch die Nutzung von ZKP und der virtuellen Maschine Jolt die „grundlegenden Replikationsanforderungen“ umgehen kann, um die Transaktionsverarbeitung auf 200.000 TPS zu erhöhen, während die „grundlegenden Replikationsanforderungen“ die Transaktionskapazität der Blockchain auf unter 10.000 TPS beschränken.
200.000 TPS ist eine extrem hohe Zahl. Zum Vergleich: Das Peak-Volumen des Visa-Netzwerks liegt bei etwa 65.000 TPS, Ethereum schafft etwa 15–30 TPS (Layer 2 kann Tausende erreichen), und Solana hat eine theoretische Höchstleistung von etwa 65.000 TPS (in der Praxis meist deutlich weniger). Die von Zero angegebene Zahl ist das 30-fache von Visa. Wenn diese Leistung tatsächlich erreicht wird, wäre das eine revolutionäre Entwicklung in der Blockchain-Technologie.
Allerdings ist bei solchen extremen Leistungsversprechen Vorsicht geboten. Das sogenannte „Impossible Triangle“ der Blockchain – Dezentralisierung, Sicherheit und Skalierbarkeit – zeigt, dass die Verbesserung eines Aspekts oft auf Kosten eines anderen geht. Um 200.000 TPS zu erreichen, könnte Zero Kompromisse bei Dezentralisierung oder Sicherheit eingehen. Zudem unterscheiden sich theoretische Maximalwerte und die tatsächlich erreichbare Leistung erheblich. Solana beispielsweise erreicht in der Praxis deutlich weniger als die theoretischen 65.000 TPS und ist mehrfach wegen Netzwerkausfällen ausgefallen.
Zero verspricht in den Bereichen Storage (QMDB), Computing (FAFO), Networking (SVID) und Zero-Knowledge-Proofs (Jolt Pro) eine 100-fache Leistungssteigerung. Wenn diese vollumfänglich realisiert wird, wäre das eine technische Meisterleistung. Vor der tatsächlichen Implementierung und Belastungstests sollten diese Behauptungen jedoch als Visionen und nicht als bewiesene Fakten betrachtet werden.
Laut LayerZero Labs hat das Projekt bereits das Interesse mehrerer großer Institutionen geweckt, die die Technologie auf potenzielle Anwendungen prüfen. Google Cloud arbeitet mit LayerZero zusammen, um zu erforschen, wie KI-Agenten kleine Zahlungen und Transaktionen ohne Bankkonten durchführen können. Diese Verbindung von KI und Blockchain ist eine der derzeit spannendsten Technologiekombinationen.
Die Intercontinental Exchange (ICE) erwägt, Zero als Basis für Handels- und Abwicklungssysteme zu nutzen, um den 24/7-Handel und die Tokenisierung von Sicherheiten zu unterstützen. Als Muttergesellschaft der NYSE würde eine solche Integration den traditionellen Wertpapierhandel in die Blockchain verlagern. Ein „TradFi on-Chain“-Szenario wäre ein bedeutender Meilenstein in der Finanzgeschichte.
Die Depository Trust & Clearing Corporation (DTCC) plant, Zero zu nutzen, um ihre tokenisierten Dienstleistungen und die Skalierbarkeit ihrer Sicherheiten-Chain zu verbessern. DTCC ist die zentrale Infrastruktur für die Abwicklung von Wertpapiertransaktionen in den USA und verarbeitet täglich Billionen Dollar. Das Interesse an Zero zeigt, dass traditionelle Finanzinfrastrukturen die Blockchain-Technologie ernsthaft prüfen.
Die dezentrale Handelsplattform Global Token Exchange kündigte am Dienstag auf X an, dass sie Zero für die Entwicklung ihrer dezentralen Finanzplattform Turbo nutzen will. Mit verbesserten Regulierungen und Infrastruktur wächst das Interesse von Finanzinstituten an Krypto. Manche Experten sehen darin eine neue Welle der Adoption.
LayerZero-CEO Bryan Pellegrino sagte in einer Erklärung, dass Zero „die Roadmap der Branche mindestens um zehn Jahre vorantreibt“ und ergänzte: „Wir glauben, dass wir mit dieser Technologie die globale Wirtschaft wirklich auf die Blockchain bringen können.“ Diese groß angelegte Vision ist inspirierend, braucht aber Zeit und praktische Anwendungen, um sich zu bewahrheiten.
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