Gong Cha-Gründer und Vorsitzender Martin Berry teilte auf CNBC seine Gründungsgeschichte und berichtete, wie er auf eine gut bezahlte Führungsposition in der Bankenbranche verzichtete, um in den Bubble-Tea-Markt einzusteigen und taiwanesische Marken international zu fördern. Derzeit besitzt Gong Cha weltweit über 2000 Filialen in 30 Ländern und erzielt einen Jahresumsatz von 578 Millionen US-Dollar, was es zum erfolgreichsten Beispiel macht, wie eine lokale asiatische Marke global bekannt wird.
Während seines Studiums begann er seine Karriereplanung noch vor dem Abschluss
Martin Berry startete seine Karriere mit einer äußerst ambitionierten Frühplanung. Mit 19 Jahren trat er in die Vollzeitbeschäftigung ein, während er abends die Universität besuchte und an Wochenenden Kurse belegte. Mit 21 Jahren hatte er bereits umfangreiche praktische Erfahrung gesammelt. In seinen Zwanzigern arbeitete er bei internationalen Finanzinstituten wie Citibank, Barclays und Standard Chartered, wo er Vermögenswerte im Wert von mehreren Billionen US-Dollar verwaltete. Trotz seiner Erfolge im Finanzsektor fühlte er sich durch die Grenzen traditioneller Unternehmen eingeschränkt und bewahrte stets seine Leidenschaft für Unternehmertum. 2011 bemerkte er in Singapur die langen Schlangen vor Gong Cha-Läden. Aus der Perspektive eines Finanzexperten erkannte er, dass das Bubble-Tea-Geschäftsmodell geringe Ausgaben bei hohem Gewinnpotenzial bietet. Er entschied sich, seinen gut bezahlten Job aufzugeben und in die damals von der Mainstream-Finanzwelt als riskant betrachtete Bubble-Tea-Branche einzusteigen.
Taiwan erlangt Franchise-Rechte und erlangt große Erfolge in Korea
Im Juni 2011 reiste Martin nach Taiwan, um Franchise-Rechte zu erwerben. 2012 eröffneten er und seine Frau ihre erste Filiale in Hongdae, Seoul. Mit etwa 2,5 Millionen US-Dollar an Ersparnissen investierten sie in kurzer Zeit auf fünf Filialen. Seine Kernstrategie war die „Standortnutzung“, indem er die Läden neben bekannten Ketten wie Starbucks platzierte, um bestehende Kaffeekunden anzuziehen. Durch die massive Verbreitung in sozialen Medien kam es zu großen Warteschlangen in den Filialen, was koreanische Großhändler auf den Plan rief und zu Kooperationsangeboten führte. Zudem wurde eine Partnerschaft mit Hyundai Motors geschlossen, um Verkaufsstellen zu eröffnen. Das Modell des Übergangs von Direktbetrieben zu Franchise-Läden ermöglichte es Gong Cha, innerhalb von drei Jahren von einem auf 300 Filialen zu wachsen und seine Führungsposition im asiatischen Markt zu festigen.
Umkehrübernahme der taiwanesischen Muttergesellschaft
Mit wachsendem Geschäft expandierte Gong Cha in den Bereich der Kapitalisierung. 2014 erwarb die Private-Equity-Firma UCK Partners die Mehrheitsbeteiligung an Gong Cha Korea. 2017 leitete Martin eine „Reverse Acquisition“ ein, bei der die koreanische Tochtergesellschaft die taiwanesische Muttergesellschaft zurückkaufte. Diese Kapitalzufuhr stärkte die Marke zusätzlich und beschleunigte die Expansion in westliche Märkte wie die USA und Mexiko. 2019 erwarb der weltweit bekannte Private-Equity-Fonds TA Associates die Mehrheitsanteile an Gong Cha. Martin blieb weiterhin Mitbegründer und Vorsitzender und war aktiv im Unternehmen tätig.
Martin betont, dass der Übergang vom traditionellen Geschäft zum Unternehmertum enormen Mut erfordert. Die Angst vor Misserfolg kann als Antrieb dienen. Er ist der Überzeugung, dass „der perfekte Zeitpunkt niemals kommt“, und dass nur entschlossenes Handeln zum Erfolg führt. Nach Erreichen finanzieller Freiheit und Erfolg sieht er sich selbst als „Wächter“ der Marke und erkundet weiterhin vielfältige Bereiche. Er gründete die Gesundheitsmarke BeMe Wellness und das KI-Start-up Launcho Ventures. Durch den Motorsport in der Formel 1 und die Beziehung zu seinem Sohn baut er eine emotionale Verbindung auf. Er sieht die extremen Herausforderungen auf der Rennstrecke als „Heilungsprozess“, um jung und fokussiert zu bleiben. Für Martin ist Unternehmertum nicht nur geschäftliches Wachstum, sondern auch eine Lebensweise, bei der man ständig seine Ängste herausfordert und die Kontrolle über das eigene Leben gewinnt. Er ermutigt Gründer, den Moment zu ergreifen, Pläne zu schmieden und alles zu geben.
Dieser Artikel über den Ausstieg von der Wall Street, den Verkauf von Bubble Tea und den Aufstieg zum Tycoon wurde zuerst bei Chain News ABMedia veröffentlicht.