
Bitcoin testete am Mittwoch erneut die 70.000 USD-Marke, doch Daten aus dem Futures- und Optionsmarkt zeigen, dass Derivatehändler dieser Erholung deutlich skeptisch gegenüberstehen. Die zweimonatige Futures-Annualisierung liegt nur bei 2 %, deutlich unter der neutralen Schwelle von 5 %; im Optionsmarkt sind Put-Optionen (Verkaufsrechte) im Vergleich zu Call-Optionen (Kaufrechte) weiterhin mit 14 % überbewertet, weit außerhalb des normalen Bereichs von -6 % bis +6 %.

(Quelle: Laevitas)
Die vorsichtige Stimmung im Bitcoin-Futures- und Optionsmarkt zeigt sich in zwei zentralen Indikatoren:
Futures-Annualisierung: Aktuell 2 %, deutlich unter der neutralen Schwelle von 5 %. Seit dem 31. Januar 2025, als Bitcoin unter die über neun Monate gehaltene Unterstützung bei 85.000 USD fiel, ist die Nachfrage nach gehebelten Long-Positionen praktisch verschwunden, und die Aufwärtsdynamik bleibt aus.
Options-Delta-Preisspanne (Put—Call): Donnerstag bei 14 %, was auf eine deutlich höhere Nachfrage nach Abwärtsabsicherung im Vergleich zu spekulativen Aufwärtspositionen hinweist. Obwohl sie sich gegenüber dem Höchstwert von 28 % am Dienstag abgeschwächt hat, liegt sie immer noch deutlich über dem neutralen Bereich, was auf anhaltende Angst im Markt hindeutet.
ETF-Geldflüsse: Zwei Tage netto Zuflüsse von 7,64 Mrd. USD stabilisieren die Spotmarktstimmung, konnten jedoch die pessimistische Erwartung im Derivatebereich nicht vollständig korrigieren. Dies deutet auf eine signifikante Stimmungsspaltung zwischen Spot- und Derivatemarkt hin.
Seit dem Hoch im Oktober 2025 ist Bitcoin um etwa 32 % gefallen, und die Marktdeutungen für die Ursachen gehen weiterhin auseinander.
Der Marktabsturz am 10. Oktober, bei dem innerhalb kurzer Zeit 19 Mrd. USD an gehebelten Positionen im Krypto-Bereich liquidiert wurden, fällt zeitlich mit Trumps Ankündigung zusammen, chinesische Waren mit 100 % Einfuhrzöllen zu belegen, und gilt als initialer Katalysator. CZ, Mitbegründer von Binance, bestritt später, dass die Börse den Absturz aktiv ausgelöst habe. Binance hat zudem 283 Mio. USD Entschädigung an Nutzer gezahlt, die durch interne Orakel-Fehldaten betroffen waren.
Sorge um Quantencomputing ist eine weitere anhaltende Marktgeschichte. Im Januar dieses Jahres entfernte der Strategieberater Christopher Wood von Jeffries Bitcoin aus seinem Portfolio, da potenzielle Sicherheitsrisiken durch Quantenangriffe befürchtet wurden. Entwickler schlugen daraufhin den BIP-360 vor, um die Entwicklung quantenresistenter Kryptotechnologien auf Chain-Ebene voranzutreiben.
Quant-Trading-Firma Jane Street ist ebenfalls in den Fokus gerückt. Der vom Gericht bestellte Verwalter von Terraform Labs hat Jane Street verklagt, weil sie angeblich mit nicht-öffentlichen Informationen während des Zusammenbruchs von Terra Luna im Mai 2022 profitiert haben soll. Die neuesten 13-F-Unterlagen von Jane Street zeigen große Beteiligungen an BlackRocks iShares Bitcoin Trust ETF sowie an mehreren Bitcoin-Mining-Unternehmen. Julio Moreno, Forschungsleiter bei CryptoQuant, erklärt jedoch, dass solche Positionen für eine delta-neutrale Strategie üblich seien. Nach Bekanntgabe starker Quartalszahlen fiel die Aktie von Nvidia (NVDA) am Donnerstag um 5 %, was die allgemeine Risikoaversion im Markt weiter bestätigt.
Das Futures-Agio spiegelt die Hebelbereitschaft der Marktteilnehmer für zukünftige Positionen wider. Über 5 % gilt als neutral bis bullisch; unter 5 % deutet auf schwache Long-Nachfrage hin, nahe 0 % oder negativ auf eine klare negative Marktstimmung. Derzeit bei 2 % zeigt, dass selbst bei einer Annäherung des Bitcoin an 70.000 USD die Bereitschaft der gehebelten Longs sehr gering ist, was die Nachhaltigkeit der Erholung infrage stellt.
Ein hoher Put-Options-Spread im Vergleich zu Calls zeigt, dass professionelle Händler bereit sind, für Abwärtsabsicherung höhere Prämien zu zahlen, was auf eine defensive Markthaltung hindeutet. In normalen Märkten liegt dieser Wert zwischen -6 % und +6 %; aktuell bei 14 % zeigt er, dass die Angst im Markt trotz der Rückkehr des Bitcoin auf 70.000 USD noch immer deutlich vorhanden ist.
ETF-Geldzuflüsse spiegeln die Bereitschaft institutioneller Anleger wider, in der Spot-Position zu investieren, was auf Kaufinteresse bei bestimmten Kursniveaus hindeutet. Die Vorsicht im Derivatebereich zeigt hingegen, dass Händler auf weitere Kurssteigerungen nicht vertrauen. Das Zusammenspiel deutet auf eine Marktphase hin, in der die Erholung fragil ist und die Stimmung zwischen Spot- und Derivatemarkt stark divergiert.
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