Kaspa-Gründer behauptet, das größte Problem von Bitcoin gelöst zu haben

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Bitcoin gilt als der Goldstandard für Sicherheit in der Kryptowelt. Es ist das am meisten erprobte System, das dezentralste Proof-of-Work-System und vermutlich das sicherste Werkzeug gegen Zensur. Allerdings gibt es einen Nachteil, den alle anerkennen: Bitcoin ist nicht schnell.

Kaspa-Gründer Yonatan Sompolinsky ist der Meinung, dass dieser Kompromiss tiefer geht, als die meisten denken. In einem ausführlichen Beitrag argumentiert er, dass die Verzögerung bei der Finalität von Bitcoin nicht nur eine Unannehmlichkeit ist, sondern eine strukturelle Begrenzung.

Seine Lösung nennt er „Echtzeit-Dezentralisierung“ oder RTD. Und er formuliert es nicht bescheiden. Seine Behauptung ist einfach und kühn: Kaspa kann in Sekunden das Sicherheitsniveau liefern, das Bitcoin in etwa einer Stunde erreicht.

  • Was ist „Echtzeit-Dezentralisierung“?
  • Das Zensurszenario
  • Über Payments hinaus: DeFi und Orakel-Finalität
  • Eine Herausforderung für die Grundannahmen von Bitcoin

Was ist „Echtzeit-Dezentralisierung“?

Um das Argument zu verstehen, muss man sich anschauen, wie Bitcoin Sicherheit erreicht. Beim Nakamoto-Konsens wächst die Sicherheit mit der Zeit. Jeder neue Block in der Kette verringert die Unsicherheitsfaktoren ein bisschen mehr. Es ist ein Prozess, der die Arbeit erledigt, aber Geduld erfordert.

Blocks sind im Bitcoin-Netzwerk durchschnittlich alle zehn Minuten verfügbar. Für maximale Sicherheit möchte man vielleicht 30 bis 60 Minuten warten, bevor eine bestimmte Transaktion als bestätigt gilt.

Sompolinsky hat eine einzigartige Perspektive auf Kaspa. Er argumentiert, dass, im Gegensatz zu Bitcoin, das auf dem angesammelten Gewicht früherer Bestätigungen basiert, Kaspa in Echtzeit auf eine Mehrheit prüft.

Er zieht auch einen klaren Vergleich zu Proof-of-Stake-Systemen. In vielen PoS-Designs werden Validatoren zuerst ausgewählt und entscheiden dann, was in ihre Blöcke kommt. Diese Reihenfolge kann Manipulationen Tür und Tor öffnen. Beim Proof-of-Work werden die Blöcke zuerst geschrieben und dann durch Wettbewerb ausgewählt.

Er ist der Ansicht, dass dies eine stärkere Neutralität bewahrt. Für ihn verbessert RTD mehr als nur die Geschwindigkeit. Es stärkt die Zensurresistenz, die Orakel-Finalität, die Transaktionsbestätigung und sogar die MEV-Resistenz.

Das Zensurszenario

Bitcoin wird oft als zensurresistent bezeichnet, und dieser Ruf ist historisch gut verdient. Doch Sompolinsky skizziert ein Stressszenario.

Stellen Sie sich vor, 60 % der Miner beginnen, bestimmte Transaktionen zu zensieren. Diese Transaktionen verschwinden nicht, sondern können 30 oder 40 Minuten ausstehen. Für spekulative Überweisungen mag diese Verzögerung keine Rolle spielen. Für reale wirtschaftliche Abwicklungen, besonders in Zeiten finanziellen Stresses, wird diese Verzögerung problematisch.

Seine Argumentation ist, dass eine höhere Blockdichte dieses Risiko verringert. Wenn Blöcke Dutzende Male pro Sekunde produziert werden, haben Angreifer mit Minderheit-Hash-Power Schwierigkeiten, Mehrheits-Signale zu fälschen.

Er liefert ein konkretes Beispiel: Bei weniger als 10 Blöcken pro Sekunde hat ein Angreifer mit 37 % Hash-Power eine bedeutende Wahrscheinlichkeit, die Mehrheits-Signale zu fälschen. Bei 100 Blöcken pro Sekunde sinkt diese Wahrscheinlichkeit drastisch.

Kaspa arbeitet derzeit unter 10 Blöcken pro Sekunde. Das kommende DAGKNIGHT-Upgrade soll diesen Wert auf 25–40 Blöcke pro Sekunde erhöhen, mit einem langfristigen Ziel von 100.

Über Payments hinaus: DeFi und Orakel-Finalität

Sompolinsky verbindet RTD auch mit dezentraler Finanzen. Er spricht von Echtzeit-finalisierten Orakel-Bestätigungen, nicht nur Preisfeeds, sondern einem breiteren Strom verifizierter Informationen.

In diesem Umfeld verbessern sich Risikomodellierung, Kollateralbewertung und Liquiditätsmanagement. Schnellere und dichtere Proof-of-Work-Proben stärken die Zuverlässigkeit der On-Chain-Finanzinfrastruktur.

Er erweitert das Argument sogar auf die Netzwerkwiderstandsfähigkeit. RTD, so sagt er, erhöht die Resistenz gegen Netzwerkspaltungen unter Bedingungen partieller Synchronität, Szenarien, die bei größeren Cyberstörungen relevant werden könnten.

Ein überraschendes On-Chain-Signal blinkt für Bitcoin

Eine Herausforderung für die Grundannahmen von Bitcoin

Kaspa wird nicht als anti-Bitcoin präsentiert. Es wird als eine Weiterentwicklung des ursprünglichen Designs gesehen. Sompolinskys zentrale Behauptung ist, dass Dezentralisierung nicht auf Kosten der Echtzeit-Reaktionsfähigkeit gehen muss.

Wenn Proof-of-Work die Sicherheit bei deutlich höheren Blockraten aufrechterhalten kann, ohne die Bestätigungs-Garantien zu verschlechtern, ändert das die Art und Weise, wie Menschen Skalierbarkeit und Zensurresistenz betrachten.

Bitcoin bleibt der Benchmark. Doch mit DAGKNIGHT am Horizont positioniert sich Kaspa als ernsthafter Konkurrent, um neu zu definieren, wie Proof-of-Work-Netzwerke funktionieren. Jetzt verschiebt sich die Frage von Theorie zu Umsetzung. Die nächste Phase der Implementierung wird zeigen, ob die Echtzeit-Dezentralisierung unter realen Bedingungen standhält.

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