Die US-amerikanische Vorhersagemarktplattform Kalshi hat angekündigt, die frühere Beraterin von US-Präsident Barack Obama, Stephanie Cutter, als politische Beraterin einzustellen, um mithilfe ihres umfangreichen politischen Hintergrunds die Verbindungen von Kalshi zu Washington und zu Regierungen in allen US-Bundesstaaten zu vertiefen und auf die durch die aktuelle Rechtslage entstehenden regulatorischen Herausforderungen zu reagieren.
Cutter als langjährige Beraterin der Demokratischen Partei unterstreicht Kalshis politische Aufstellung
Cutter ist Mitbegründerin der PR-Agentur Precision Strategies und hat lange Zeit Strategien für die Führungsebene der Demokratischen Partei bereitgestellt. Ihr Einstieg steht sinnbildlich dafür, dass Kalshi derzeit aktiv Einfluss in der politischen Szene über Parteigrenzen hinweg aufbaut. Zuvor hatte auch der Sohn des damaligen Präsidenten Trump, Donald Trump Jr., im Januar 2025 eine Position als strategischer Berater bei Kalshi übernommen. Kalshis CEO Tarek Mansour sagt, dass Cutters fachliche Erfahrung dabei helfe, Unternehmensbotschaften in einem komplexen politischen Umfeld präzise zu vermitteln.
Kalshi steht derzeit im Zentrum einer rechtlichen Auseinandersetzung: Mehrere staatliche Behörden in den USA haben Klagen gegen die von der Plattform angebotenen Wettverträge eingereicht und werfen ihr vor, dass ihr Geschäftsmodell illegales Glücksspiel beinhalte. Die US-amerikanische Commodity Futures Trading Commission (CFTC), deren Vorsitzender Michael Selig ist, vertritt die Auffassung, dass Vorhersagemärkte Finanzderivate seien und damit der CFTC die Exclusive Jurisdiction (ausschließliche Zuständigkeit) obliege; sogar gegen lokale Glücksspielaufsichtsbehörden werde juristisch vorgegangen. Wie jedoch die Ereignisverträge (Event Contracts) von Kalshi definiert sind, ist bislang unklar.
Der Kongress fordert ein Verbot von Insiderhandel durch Politiker
Neben den gerichtlichen Verfahren äußern sich auch Mitglieder der Demokratischen Partei im US-Kongress besorgt über das Risiko von Insiderhandel, das Vorhersagemärkte möglicherweise mit sich bringen. Dies betrifft insbesondere Geschäfte, die internationale geopolitische Ereignisse zum Inhalt haben. Einige Abgeordnete haben bereits entsprechende Gesetzesentwürfe eingebracht, die darauf abzielen, Politikern zu verbieten, mithilfe von Insiderinformationen zu wetten. Obwohl Kalshi und Polymarket in diesem März angekündigt haben, strengere Compliance-Überprüfungen umzusetzen, um Insiderhandel vorzubeugen, befinden sich die betreffenden Gesetzentwürfe derzeit noch im parlamentarischen Prüf- bzw. Beratungsstadium und sind noch nicht offiziell unterzeichnet und in Kraft getreten.
Prognosedaten werden zum politischen Gradmesser
Die von Vorhersagemärkten erzeugten Quoten-Daten sind zu einem wichtigen Referenzpunkt geworden – neben Meinungsumfragen und Expertenmeinungen – für die Beobachtung gesellschaftlicher Entwicklungen. Cutter sagt, dass traditionelle Sichtweisen häufig durch die Polarisierung der öffentlichen Meinung begrenzt seien. Vorhersagemärkte könnten dagegen durch das tatsächliche Handeln von Geldflüssen eine realistischere Analyse liefern.
Cutter analysiert, dass sie ihren beruflichen Werdegang langfristig an der Schnittstelle von Medien, Politik und Geschäft vertieft habe. In einem Umfeld des Informationsüberflusses werde die Wahrheit oft leicht verdeckt. Sie ist der Ansicht, dass Vorhersagemärkte die Funktion haben, „den Nebel zu lichten“, indem sie Hunderten Millionen von Nutzern logischere Daten bereitstellen, um subjektive Vermutungen und persönliche Vorurteile zu ersetzen. In einer Situation, in der sich vielfältige Standpunkte vermischen, gilt der Vorhersagemarkt als einer der wenigen Datensätze, die die reale Lage widerspiegeln können. Aktuell nehmen viele politische Wahlkampf-Teams die Kalshi-Quoten in ihren Rahmen zur Bewertung der Lage im Wahlkampf sowie zur Einordnung der makroökonomischen Entwicklung auf. Die durch Daten getriebene Narrativbildung (Data-driven Narratives), die durch den Aufbau des Vorhersagemarkts entsteht, ist damit deutlich zu einem Gradmesser für die politische öffentliche Meinung geworden.
Dieser Artikel, in dem es heißt, dass Kalshi die frühere Mitarbeiterin von US-Präsident Obama, Stephanie Cutter, als politische Beraterin engagiert hat, erschien zuerst in „Ketten News ABMedia“.