Fidelity fordert die SEC auf, die Kryptoregulierung zu verbessern, ATS-Tokenisierungsrahmen wartet auf Gesetzgebung

Fidelity fordert die SEC auf, die Regulierung von Kryptowährungen zu verbessern

Fidelity Investments hat am 22. März einen Brief an die US-Börsenaufsicht SEC geschickt, in dem sie die Behörde auffordert, den regulatorischen Rahmen für Broker-Dealer bei der Bereitstellung, Verwahrung und dem Handel von Krypto-Assets auf Alternativen Handelssystemen (ATS) weiter zu verbessern. Der Brief umfasst drei Kernforderungen: Regelungen für tokenisierte Wertpapiere, Reformen bei Berichtsstandards für DeFi-Plattformen und Leitlinien für den Einsatz Distributed Ledger Technology (DLT).

Wesentliche Empfehlungen von Fidelity an die SEC: Drei Kernforderungen

Fidelity schreibt an die SEC (Quelle: Fidelity)

Umfassende Handelsregeln für tokenisierte Wertpapiere: Fidelity betont, dass es entscheidend ist, umfassende Handelsvorschriften für tokenisierte Wertpapiere (einschließlich solcher, die von Drittanbietern ausgegeben werden) zu entwickeln. Der Brief weist darauf hin, dass tokenisierte Instrumente in Bezug auf Emissionsstrukturen, rechtliche Wirksamkeit und Bewertungsmodelle erheblich variieren – tokenisierte reale Vermögenswerte (RWA) umfassen Aktien, Immobilien, Anleihen und Private-Equity-Kredite, die völlig unterschiedliche Asset-Klassen darstellen und nicht einheitlich geregelt werden können.

Überbrückung der Regulierungsunterschiede zwischen zentralisierten und dezentralisierten Systemen: Fidelity fordert die SEC auf, „die Entwicklung und das gleichzeitige Bestehen von Vermittlungs- und Nicht-Vermittlungsplattformen zu berücksichtigen“ und eine umfassende Reform der bestehenden Berichtspflichten vorzuschlagen. Ziel ist es, die Realität widerzuspiegeln, dass DeFi-Plattformen aufgrund fehlender zentraler Instanzen objektiv keine detaillierten Finanzberichte nach SEC-Standards erstellen können, und so eine unangemessene Belastung dezentraler Systeme zu vermeiden.

Richtlinien für den Einsatz von Distributed Ledger Technology (DLT): Fidelity schlägt vor, klare Leitlinien zu veröffentlichen, die es Broker-Dealer erlauben, DLT für den Betrieb und die Dokumentation auf ATS zu nutzen, um eine regulatorische Grundlage für institutionelle Blockchain-Anwendungen zu schaffen.

Regulatorische Herausforderungen bei tokenisierten Instrumenten: Rechtliche Einordnung und Eigentumsstrukturen

Im Brief erläutert Fidelity die rechtliche Komplexität von tokenisierten Instrumenten im Detail. Es werden zwei Hauptmodelle unterschieden: Erstens, dass Krypto-Assets die indirekte Eigentumsrechte an Basiswerten durch Wertpapieransprüche repräsentieren; zweitens, dass Krypto-Assets als Tausch von Wertpapieren fungieren, was in der Regel nur qualifizierten Vertragsteilnehmern (Eligible Contract Participants) offensteht.

Diese Unterschiede wirken sich direkt auf die tatsächlichen Rechte der Investoren, die Handelbarkeit und die regulatorische Zuordnung aus. Fidelity weist darauf hin, dass die Strukturen und Rechte der Eigentümer bei tokenisierten Modellen „erheblich variieren“ und dass bestehende Regulierungsrahmen bei unzureichender Differenzierung systematische Lücken bei Compliance, Kapitalanforderungen und Anlegerschutz aufweisen.

Aktueller regulatorischer Hintergrund: Die Haltung der Behörden

Fidelitys Brief spiegelt die jüngsten Entwicklungen wider. SEC-Vorsitzender Paul Atkins hat mehrfach seine Unterstützung für den 24/7-Kapitalmarkt geäußert und mehrere Pilotprojekte für tokenisierte Transaktionen von Finanzunternehmen genehmigt. Er betont, dass die Interpretation der Kryptowahrungsregulierung „nur ein Anfang und kein Ende“ sei.

Gleichzeitig haben die Federal Reserve, die FDIC und das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) im März gemeinsam erklärt, dass tokenisierte Wertpapiere und ihre zugrunde liegenden Vermögenswerte denselben Banken-Kapitalanforderungen unterliegen sollten. Sie betonen, dass „die Technologie, die für die Emission und den Handel von Wertpapieren verwendet wird, in der Regel keine Auswirkungen auf die Kapitalbehandlung hat“. Diese Erklärung legt grundlegende Kapitalregeln für tokenisierte Vermögenswerte fest, die konkreten Handelsregeln im Rahmen von ATS sind jedoch noch unklar.

Häufig gestellte Fragen

Was fordert Fidelity in seinem Brief an die SEC konkret?

Fidelity fordert die SEC auf, auf drei Ebenen aktiv zu werden: die Entwicklung umfassender Handelsregeln für tokenisierte Wertpapiere (einschließlich RWA); die Reform der bestehenden Berichtspflichten, um den technischen Realitäten von DeFi-Plattformen gerecht zu werden; und die Veröffentlichung von Leitlinien, die Broker-Dealer erlauben, DLT für den Betrieb und die Dokumentation auf ATS zu nutzen.

Was sind Alternativen Handelssysteme (ATS) und warum braucht es spezielle Regulierungen für Kryptowährungen?

ATS sind Handelsplätze, die Kauf- und Verkaufsaufträge zusammenbringen, aber nicht als nationale Börsen registriert sind. Mit dem Beginn des Handels von Krypto-Assets und tokenisierten Wertpapieren auf solchen Systemen sind die bestehenden Regeln unklar, insbesondere hinsichtlich Verwahrung, Berichtspflichten und Kapitalanforderungen, was regulatorische Lücken schafft.

Warum ist es für DeFi-Plattformen schwierig, die SEC-Berichtsanforderungen zu erfüllen?

Traditionelle SEC-Berichte setzen eine zentrale Verwaltungseinheit voraus. DeFi-Plattformen basieren auf dezentralen Strukturen, ohne eine einzelne juristische Person, die den Betrieb verantwortet. Daher ist es objektiv unmöglich, die detaillierten Finanzberichte zu erstellen, die die SEC verlangt. Fidelity fordert die SEC auf, diese technische Realität anzuerkennen und differenzierte Compliance-Pfade für dezentrale Systeme zu entwickeln.

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