Janet Yellen, die erste weibliche Vorsitzende der Federal Reserve, warnt davor, dass die Bedingungen für eine „Haushaltsdominanz“ in den USA immer deutlicher werden. Bei ihrer Rede auf der jährlichen Konferenz der American Economic Association in Philadelphia betonte sie, dass die steigende Bundesverschuldung eine langfristige Bedrohung für die wirtschaftliche Stabilität darstellt.
Diese Einschätzung wurde im Kontext der Tatsache abgegeben, dass die US-Staatsverschuldung Anfang 2026 die Marke von 38,5 Billionen USD überstieg, deutlich früher als zuvor prognostiziert. Experten warnen, dass die hohe Verschuldung die Fed dazu zwingen könnte, die Zinsen niedrig zu halten, um die Kreditkosten zu senken, anstatt sich auf die Inflationskontrolle zu konzentrieren — ein Szenario, das als Haushaltsdominanz bezeichnet wird und die Unabhängigkeit der Zentralbank gefährden könnte.
Yellen fordert dringende Maßnahmen zur Behebung des Haushaltsungleichgewichts, da das Haushaltsdefizit auf 1,9 Billionen USD steigen und die Verschuldung fast 100 % des BIP erreichen könnte. Während einige Ökonomen erwarten, dass dieses Risiko eine parteiübergreifende Haushaltsreform vorantreiben wird, bleiben viele skeptisch, ob eine politische Einigung erzielt werden kann.