Cardano Gründer Charles Hoskinson behauptet, er habe 3 Milliarden US-Dollar auf dem Papier verloren, doch das IOHK-Team hatte bereits bei der ICO im Jahr 2017 über 2,4 Milliarden ADA erworben und betreibt das Projekt durch Token-Reserven und Staking-Belohnungen.
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Kryptowährungen sind in letzter Zeit so stark gefallen, dass Investoren sprachlos sind. Laut Medienberichten gab Charles Hoskinson, Gründer von Cardano, in einem Livestream öffentlich bekannt, dass er auf dem Papier 3 Milliarden US-Dollar verloren hat. Dennoch will er nicht aufhören, in Kryptowährungen zu investieren.
Diese schockierende Zahl hat in der Szene viel Diskussion ausgelöst, doch im Grunde genommen handelt es sich um einen unrealisierten Verlust (Paper Loss), berechnet vom Höchststand von ADA, und nicht um einen tatsächlichen Geldverlust.
Laut Forbes schätzt man das Vermögen von Charles Hoskinson im Jahr 2022 auf 500 bis 600 Millionen US-Dollar. Woher stammen diese Gelder also? Und wie hat das Cardano-Team diese unsichtbare Schatzkammer aufgebaut?
Um die Finanzierungsquelle des Cardano-Ökosystems zu verstehen, muss man bis ins Jahr 2017 zurückgehen. Damals fand die ICO von Cardano statt, bei der insgesamt 45 Milliarden ADA ausgegeben wurden, davon 25,9 Milliarden während der Fundraising-Phase, was etwa 79,2 Millionen US-Dollar einbrachte. Der entscheidende Punkt ist jedoch die Token-Verteilungsmechanik.
Laut Token-Ökonomie wurden 20 % des Anfangsangebots, also etwa 51,8 Milliarden ADA, direkt an drei zentrale Akteure verteilt: die für die technische Entwicklung verantwortliche IOHK (heute IOG), die für die Geschäftsentwicklung zuständige Emurgo und die Regulierungskoordination der Cardano Foundation. Dabei erhielt IOHK, geleitet von Charles Hoskinson, den Großteil mit rund 24,6 Milliarden ADA.
Bei einem aktuellen ADA-Preis von etwa 0,26 US-Dollar beträgt der Buchwert der ursprünglichen Token-Reserven von IOHK über 6 Milliarden US-Dollar. Darin sind noch nicht die Jahreseinnahmen durch Staking Rewards enthalten, die durch das Proof-of-Stake (PoS)-System generiert wurden.
Kurz gesagt: Die Betriebskosten von IOHK waren bereits 2017 auf Null gesetzt, sodass jeder verkaufte ADA seither reiner Gewinn ist. Deshalb können sie hunderte von Ingenieuren beschäftigen, wissenschaftliche Arbeiten verfassen, Peer-Reviews durchführen – und das alles ohne die Unterstützung externer Risikokapitalgeber.
Charles Hoskinson betont, dass der auf dem Papier ausgewiesene Verlust von 3 Milliarden US-Dollar der Preis dafür ist, „toxisches Kapital“ abzulehnen. Er macht deutlich, dass er keine Hebelspiele mit FTXs SBF betreibt und keine problematischen Netzwerke wie Epstein pflegt.
Das klingt zunächst, als wolle er sich distanzieren, doch aus einer anderen Perspektive ist es auch eine klare Abgrenzung. Im Kontext des Zusammenbruchs von FTX und der Enthüllung verdächtiger Finanzierungen in mehreren Projekten sendet Hoskinson eine Botschaft an den Markt: Die Finanzquellen von Cardano sind sauber, frei von spekulativem Kapital aus Wall Street und Silicon Valley.