Kryptomarkt versucht am Wochenende eine Erholung, doch die Dynamik schwindet schnell. Bitcoin konnte die Marke von 69.000 US-Dollar nicht halten, Ethereum kämpft weiterhin unter 2.000 US-Dollar, während die Mainstream-Meme-Coins DOGE, SHIB und PEPE Verluste von 8-10 % hinnehmen mussten.
(Vorheriger Kontext: Das zehnjährige „Frühlingsfest-Rabatt“-Rallye bei Bitcoin wurde im Jahr des Schlangen unterbrochen – kann das Jahr des Pferdes eine Wende bringen?)
(Hintergrund: Der Entführungsfall der NBC-Moderatorin mit 6 Millionen US-Dollar Bitcoin-Erpressung sorgte in den USA für Aufsehen – hat das FBI dadurch sogar profitiert?)
Inhaltsverzeichnis
Der Februar war für Bitcoin ein Albtraum für Bullen. Anfang des Monats lag der Kurs noch über 80.000 US-Dollar, doch schwache Tech-Aktien und eine Kettenreaktion bei der Leverage-Positionen führten dazu, dass der Preis am 5. Februar kurzfristig auf 61.000 US-Dollar abstürzte – ein 15-Monats-Tief.
Kurz vor Redaktionsschluss lag der Bitcoin-Preis bei etwa 68.205 US-Dollar, was einem Anstieg von rund 12 % vom Tiefpunkt entspricht, doch es gelang nicht, die Marke von 69.000 US-Dollar wieder zu überwinden.
Laut VanEck-Analysen sind die Haupttreiber des aktuellen Verkaufszyklus die Evakuierung von etwa 14 Milliarden US-Dollar aus dem Stablecoin-Markt zwischen Dezember und Februar (allein in einer Woche flossen 7 Milliarden US-Dollar ab), rekordverdächtige Kapitalabflüsse bei Bitcoin-ETFs sowie eine drastische Verknappung der Marktliquidität. Technisch gesehen ist die Marke von 69.000 US-Dollar von einer Unterstützung zu einem Widerstand geworden. Ohne eine effektive Rückeroberung könnte die nächste wichtige Unterstützung bei 65.000 US-Dollar liegen.
Insgesamt verzeichnete Bitcoin im Februar einen Rückgang von 14,4 %, was die schlechteste Februar-Performance der letzten zehn Jahre ist. Seit dem Höchststand im Oktober letzten Jahres ist der Kurs um 44 % gefallen.
Ethereum befindet sich in einer noch heftigeren Lage als Bitcoin. ETH fiel gestern unter die psychologisch wichtige Marke von 2.000 US-Dollar und notiert derzeit bei etwa 1.951 US-Dollar, schwankt in einer engen Spanne zwischen 1.900 und 1.975 US-Dollar.
On-Chain-Daten zeigen eine zweigeteilte Situation: Wallets mit 100 bis 1.000 ETH befinden sich im Abverkauf, die Bestände sind von 9,79 Millionen ETH auf 8,32 Millionen gefallen; während große Wallets mit über 100.000 ETH im Gegenzug von 2,75 Millionen auf 3,68 Millionen ETH aufgestockt haben – ein klarer Kauf gegen den Trend.
Analysten hatten zuvor eine inverse Tassen- und Henkel-Formation bei Ethereum gewarnt. Falls die Unterstützung bei 1.900 US-Dollar durchbrochen wird, könnte der Kurs bis auf 1.665 US-Dollar fallen. Allerdings deuten die massiven Käufe der Großinvestoren darauf hin, dass kluge Anleger möglicherweise am Boden positionieren.
Wenn Bitcoin und Ethereum als „verletzt“ gelten, dann sind Meme-Coins „schwer verletzt“. Bis Mitte Februar sind die meisten Mainstream-Meme-Coins um mehr als 85 % von ihren Allzeithochs gefallen, was das Vertrauen der Kleinanleger erheblich erschüttert hat.
Dogecoin (DOGE): Derzeit bei etwa 0,096 US-Dollar, 87 % unter dem Allzeithoch. DOGE hat kürzlich eine kleine Erholung gezeigt, doch technische Indikatoren deuten auf eine mögliche Korrektur hin. Der Kurs pendelt zwischen 0,10 und 0,12 US-Dollar. Wird die Marke von 0,12 US-Dollar (20-Tage-Durchschnitt) nicht zurückerobert, könnte der Abwärtstrend anhalten.
Shiba Inu (SHIB): Bei etwa 0,0000065 US-Dollar, ein Rückgang von 93 % gegenüber dem Höchststand, was den stärksten Rückgang unter den Mainstream-Meme-Coins darstellt. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 3,83 Milliarden US-Dollar, in den letzten 7 Tagen fiel sie um weitere 6,6 %. Gleichzeitig steigen die Nettoabflüsse bei SHIB auf Börsen, was darauf hindeutet, dass einige Investoren ihre Token in Cold Wallets zur Langzeithaltung transferieren.
PEPE: Bei etwa 0,0000037 US-Dollar, 86 % unter dem Höchststand im Mai 2024 (0,000028 US-Dollar). Trotz des starken Preisrückgangs bleibt das tägliche Handelsvolumen bei über 550 Millionen US-Dollar, was zeigt, dass das Interesse an diesem „Frosch“-Token nicht vollständig erloschen ist. On-Chain-Daten deuten auch darauf hin, dass Großinvestoren still und heimlich auf niedrigen Niveaus einkaufen.
Außerdem liegt der Kurs des Solana-Ökosystems BONK bei etwa 0,0000062 US-Dollar mit einer Marktkapitalisierung von 558 Millionen US-Dollar; FLOKI notiert bei 0,0000562 US-Dollar und bleibt vorerst über dem 20-Tage-Durchschnitt stabil. Insgesamt sind Meme-Coins seit Jahresbeginn um etwa 16 % gefallen, die kurze Erholung im Januar wurde vollständig wieder abgegeben.
Die Marktmeinungen gehen stark auseinander.
Die Bären warnen: Bloomberg-Strategiechef Mike McGlone schätzt, dass Bitcoin auf 50.000 US-Dollar fallen könnte, und Steven McClurg, CEO von Canary Capital, teilt eine ähnliche Ansicht und glaubt, dass Bitcoin vor dem Sommer noch einmal tiefere Niveaus erreichen könnte.
Die Bullen sind jedoch ebenfalls zahlreich: Einige Analysten sind der Meinung, dass sich der Markt in einer „frühen Bodenbildungsphase“ befindet, und auf Polymarket wird die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin bis Ende des Jahres wieder 100.000 US-Dollar erreicht, weiterhin hoch eingeschätzt.
Kurzfristig wird entscheidend sein, ob Bitcoin die Marke von 69.000 US-Dollar zurückerobert und Ethereum wieder über 2.000 US-Dollar steigt. Falls die Kurse erneut unter 65.000 US-Dollar bzw. 1.900 US-Dollar fallen, ist eine weitere Panikverkäufe wahrscheinlich.
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