Balancer stellt Operationen schrittweise ein! Nach Hackerangriff mit 128 Millionen Dollar komplett ohne Einnahmen und mit rechtlichen Risiken konfrontiert

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DeFi-Protokoll Balancer nach Hack mit 128 Millionen USD eingestellt, da keine Einnahmen und rechtliche Risiken bestehen. Zukünftig wird es von einer DAO verwaltet, ohne Token-Ausgabe, und die Gründer ziehen sich zurück, was die Probleme des alten Modells verdeutlicht.

Balancer nach Hack keine Einnahmen mehr, schrittweise Einstellung des Betriebs

Das dezentrale Finanzprotokoll (DeFi) Balancer kündigte heute (24.03.) an, den Betrieb schrittweise einzustellen. Seit dem Hack im November 2025, bei dem 128 Millionen USD gestohlen wurden, sieht sich die Plattform anhaltenden rechtlichen Risiken gegenüber.

Da Balancer derzeit keine nachhaltigen Einnahmen mehr erzielt, hat sich der Entwickler Balancer Labs entschieden, den Betrieb schrittweise einzustellen. Zukünftig soll das Protokoll weiterhin durch eine dezentrale autonome Organisation (DAO), eine Stiftung und Dienstleister betrieben werden, während die Kernmitarbeiter des ursprünglichen Teams nach einer Governance-Abstimmung auf eine neue Betriebseinheit übertragen werden.

Balancer-Reorganisation bekannt gegeben, Gründer tritt zurück

Der Mitbegründer von Balancer, Fernando Martinelli, skizzierte die Reorganisationspläne, die die Einstellung der Balancer-Token (BAL), die schrittweise Abschaffung des veBAL-Governance-Modells sowie eine Umstrukturierung der Gebühren umfassen. Dabei soll der DAO-Tresor 100 % der Protokollgebühren erhalten, während der Anteil des V3-Protokolls auf 25 % reduziert wird.

Weitere Maßnahmen beinhalten den Rückkauf von BAL-Token, um den Haltern Liquidität zu bieten, sowie die Konzentration der Entwicklungsarbeit auf Kernprodukte wie reCLAMM, Liquiditäts-Lead-Pools, Stablecoins und Liquiditäts-Staking-Pools sowie auf weniger blockchainübergreifende gewichtete Pools.

Ein formeller Vorschlag zur Token-Ökonomie-Reorganisation und Betriebsänderung wird vom Kernteam separat veröffentlicht.

Martinelli verrät auch, dass er in Zukunft keine offizielle Verbindung mehr zum Protokoll haben wird, aber er weiterhin an die zugrunde liegende Technologie und das verbleibende Team glaubt.

Bildquelle: Erklärung von Fernando Martinelli, Mitbegründer von Balancer: Nach Hack keine Einnahmen, Betrieb wird schrittweise eingestellt

Rückblick auf den Balancer-Hack: Rundungsfehler bei der Funktion verursachte Schaden

Rückblick auf den Hack bei Balancer im letzten Jahr: Die Angreifer nutzten eine Schwachstelle in der Logik der Upscale-Rundungsfunktion in den Smart Contracts, kombiniert mit BatchSwap-Transaktionen und Flash-Loans, um in einer einzigen Transaktion mehrere komplexe Operationen durchzuführen und die Vermögenswerte im Pool mehrfach abzuziehen.

Der Angriff auf Balancer betraf mehrere Blockchains, darunter Ethereum, Base, Avalanche, Arbitrum, Optimism, Polygon, Gnosis, Berachain und Sonic. Dies mahnt erneut, dass selbst in minimal vertrauensbasierten Architekturen Hot Wallets und Liquiditätspools weiterhin die Hauptziele für Hacker sind.

Obwohl Balancer für seine transparente Reaktion auf den Vorfall und die Zusammenarbeit über Chains hinweg gelobt wurde, zeigt dieser Angriff die langfristigen strukturellen Probleme von DeFi auf. Komplexe modulare Designs beschleunigen zwar Innovationen, vergrößern aber auch die Angriffsfläche.

Der Rundungsfehler ist eine kleine mathematische Schwachstelle, die jedoch eine Kettenreaktion in den Cross-Chain-Liquiditätspools auslöste und zeigt, dass die Branche noch immer an einheitlichen Prüfstandards und Risikofilter fehlt.

  • Weitere Berichte: Balancer-Hack-Report veröffentlicht! Wie eine Schwachstelle die gesamte DeFi-Branche erschütterte?

Balancer-Governance und Sicherheitsherausforderungen

Der Analyst Dominick John von Zeus Research weist darauf hin, dass Balancer eine strukturelle Fehlfunktion offenbart hat und das Protokoll bereits einem zerbrochenen Modell erlegen ist, das durch verschwindende Token-Emissionen, geschwächte Governance und eine zu geringe Wertschöpfung gekennzeichnet ist.

Er hält eine Vereinfachung des Betriebs für eine richtige Entscheidung, sieht dies aber nur als kurzfristige Reparaturmaßnahme. Zudem ergänzt er, dass das alte DeFi-Modell, das auf Token-Belohnungen für Wachstum setzte, zunehmend obsolet wird.

Der erfahrene Analyst Ryan Yoon von Tiger Research äußerte gegenüber der Außenwelt in „Decrypt“, dass das Schließen des Unternehmens auch eine schnelle Flucht vor rechtlichen Risiken sein könnte. Die nächste Herausforderung besteht darin, ob das verkleinerte Team die Governance-Probleme wirklich beheben kann.

Yoon betont, dass das Team die Governance-Kohärenz wahren, die Sicherheit gewährleisten und die Tresore stabil halten muss, um die Weiterentwicklung des Protokolls zu sichern.

Weiterführende Literatur:
Stream-Verluste, xUSD-Entkopplung und Dominoeffekt: Über zehn DeFi-Plattformen könnten betroffen sein, mit einem Risiko von fast 300 Mio. USD

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